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Presse und Aktuelles

Nichtoffener Wettbewerb Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin für Architekten entschieden


23.10.15, Pressemitteilung
Der im Juni 2015 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ausgelobte nichtoffene Wettbewerb "Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin" wurde nach zweitägiger Sitzung des Preisgerichts am 21. und 22. Oktober 2015 entschieden.

Die Jury hat den Entwurf des Berliner Architekten Volker Staab mit dem ersten Preis ausgezeichnet und zur Realisierung empfohlen.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: "Volker Staab schenkt uns einen Entwurf, der Furore machen wird. Er besticht durch seine Bescheidenheit und vervollständigt das landschaftliche angelegte Ensemble der Villa von der Heydt und dem Bau von Walter Gropius. Es wird eine offene flexible Museumslandschaft entstehen, die das Experimentelle der Bauhausidee weiter führt, einlädt sich zu treffen, auszutauschen und dabei die vielen Aspekte der Bauhausidee neu zu entdecken. Es entsteht eine nachts leuchtende Laterne als Signet auf dem neu entstehenden Platz, der einen Blick auf den Landwehrkanal frei gibt. Der tiefer gelegene Hof wird das Herz der Anlage sein und das Bestandsgebäude tritt so mit dem Neubau in einen Dialog."

Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters: "Ich freue mich, dass Volker Staab, der sich in der Museumsarchitektur, wie z.B. Bayreuth und Münster, einen Namen gemacht hat, jetzt auch in Berlin einen überzeugenden Entwurf vorgelegt hat. Das Bauhaus-Archiv erhält ein aufregendes, einladendes, experimentelles Gebäude, das den Ansprüchen eines Museums im 21. Jahrhundert genügt. Es lässt viel Raum für Kreativität - ein würdiger Raum für die wichtigste Bauhaussammlung weltweit."

Tim Renner, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten: "Mit dem siegreichen Wettbewerbsentwurf wurde eine weitere wichtige Etappe bei der gemeinsam von Bund und Berlin auf den Weg gebrachten Sanierung und Erweiterung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung absolviert. Ich freue mich sehr, dass wir eine zukunftsweisende und angemessene Erweiterung für das Bauhaus-Archiv erhalten. Es entsteht ein einladendes, experimentelles, aufregendes Gebäude, das den Ansprüchen eines Museums im 21.Jahrhundert genügt und viel Raum für Interaktionen Kreativität und die weltweit größte Bauhaussammlung bietet.

Dr. Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin: "Nach vielen Jahren der Bemühungen sind wir endlich am Ziel: Aus Anlass des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses erhält das Bauhaus-Archiv einen Erweiterungsbau. Mit Volker Staab gewinnen wir einen der versiertesten Architekten im Bereich des Museumsbaus. Sein intelligenter Entwurf bietet uns eine Bandbreite an Möglichkeiten, sowohl museal als auch kommunikativ, in den Stadtraum und in die Gesellschaft zu wirken. Das gesamte Team des Bauhaus-Archivs freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit ihm."



Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin besitzt die weltweit umfangreichste Sammlung zur Geschichte des Bauhauses. Mittlerweile ist das von Walter Gropius entworfene und 1979 eröffnete Haus zu klein geworden und wird den gestiegenen Anforderungen an ein Museum mit Archivfunktion nicht mehr gerecht. Die Besucherzahlen haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, 2014 beliefen sie sich auf 115. 000 Besucher.

Zukünftig werden die Funktionen des Bauhaus- Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin auf zwei Gebäude verteilt. Während das Bestandsgebäude für das Archiv vorgesehen ist, wird der Erweiterungsbau mit einer Bruttogrundfläche von ca. 6.700 m² dem Museum für Gestaltung dienen.

Das denkmalgeschützte Bestandsgebäude soll unter Wahrung der architektonischen Qualität, des prägenden Erscheinungsbilds und der denkmalwerten Substanz behutsam saniert und energetisch ertüchtigt werden. Die Funktionsanpassungen werden mit Rücksicht auf den hohen architekturgeschichtlichen Wert des Gebäudes geplant.

Bund und Land stellen zur Finanzierung jeweils bis zu 28,1 Mio. € zur Verfügung und teilen sich damit hälftig die Gesamtkosten der Sanierung und Erweiterung in Höhe von 56,2 Mio. €. Hiervon entfallen 21,5 Mio. € auf die Sanierung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes von Walter Gropius und 34,7 Mio. € auf den Erweiterungsbau.
Die Fertigstellung ist für das Jahr 2021 geplant.

Insgesamt wurden 50 Architekturbüros zur Teilnahme aufgefordert. Hiervon waren 15 Teilnehmer gesetzt und weitere 35 Teilnehmer wurden in einem vorgeschalteten EU-weiten Bewerbungsverfahren ausgelost. 41 Büros haben einen Entwurf eingereicht.

Die Preissumme beträgt 190.000 € (netto).

Die Wettbewerbsjury aus prominenten Fachleuten entschied unter Vorsitz der Architektin Hilde Léon, Architekt, Berlin nach ausführlicher Diskussion wie folgt:
 
  • 1. Preis - Arbeit 1114
    Staab Architekten GmbH, Berlin
  • 2. Preis - Arbeit 1115
    Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin
  • 3. Preis - Arbeit 1113
    ARGE sinning architekten, stinner architekten GmbH, Darmstadt
  • 4. Preis - Arbeit 1102
    dasch zürn architekten, Stuttgart
  • 5. Preis - Arbeit 1101
    EM2N Architekten, Zürich
  • Anerkennung - Arbeit 1104
    F29 Architekten GmbH, Dresden
  • Anerkennung - Arbeit 1131
    AFF architekten, Berlin
  • Anerkennung - Arbeit 1136
    Konermann Siegmund Architekten, Hamburg
  • Anerkennung - Arbeit 1140
    PPAG architects ztgmbh, Wien

Aus der Beurteilung des Preisgerichts:

Ein filigraner, fast zarter gläserner 5-geschossiger Turm mittig auf einer Plattform und ein eingeschossiger Riegel entlang der Von-der-Heydt-Straße sind die einzigen wahrnehmbaren Elemente der Erweiterung des Bauhaus-Archivs. Alle Ausstellungsflächen werden auf einer Ebene unter der als Plateau mit eingeschnittenem Hof vollständig neu gestalteten Freiflächen angeordnet.

Die mit der Brückenrampe beginnende "promenade architecturale" behält ihre Wirkung als freigestelltes, kompositorisches Element im erweiterten Ensemble und tritt darüber hinaus in Dialog mit dem neuen Zugangsturm. Hierbei erhält der Freiraum eine neue Prägung.

Das erklärte Ziel des Entwurfs, den Bestand zu stärken und gleichzeitig einen wahrnehmbaren, zeichenhaften Eingang für die abgesenkten Ausstellungsflächen zu schaffen, gelingt über diese klare und durchdachte Intervention.

Gleichzeitig wird eine eindeutige Antwort auf die schwierige Adressbildung und Orientierung des Grundstücks gegeben.

Der Anspruch, ein einziges, als Gesamtfigur erleb- und bespielbares neues Ensemble für das Berliner Bauhausarchiv zu schaffen, findet in diesem Entwurf eine überzeugende Übersetzung.




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