Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Landschaftsarchitekten und Tragwerksplanern – "Erweiterungsbau Alice Salomon Hochschule Berlin, Berlin Marzahn-Hellersdorf"


Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
22.000,- Euro
  BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Bruno Vennes, Stefan Tebroke
Mitarbeit: Justus Böttcher, Jarek Karpik

Landschaftsarchitektur: Stefan Bernard Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser: Stefan Bernard
Mitarbeit: Fabian Lux



Beurteilung durch das Preisgericht:

Fast spielerisch löst der Entwurf die Vorgabe aus dem historischen Städtebau, in dem er den Arkadengang in einen identitätsstiftenden, asymmetrischen, zweigeschossigen Einschnitt für den Hochschuleingang uminterpretiert. Spannungsvoll wird darüber liegend auch der im Bebauungsplan geforderte Hochpunkt entwickelt. Allerdings nicht in der dort vorgegebenen Höhe, sondern in Proportion und Ausführung angemessen aus der Randbebauung entwickelt. Unprätentiös und robust fügt sich die Gesamtkubatur des Gebäudeensembles in den städtebaulichen Rahmen. Die Entwicklung der Bauabschnitte ist so ungewöhnlich wie reizvoll. Der erste Bauabschnitt entlang der Peter-Weiss-Gasse schließt direkt an die bestehende Bebauung an und bildet mit seinem Raumangebot alle Anforderungen ab. Der offene Anschluss zum 3. Bauabschnitt, der Bebauung am Kokoschkaplatz, wird mit einer temporären Installation einer Fluchttreppe ausgebildet. Sie zeigt ein Potential für die Bespielung bis der Anschluss erstellt wird. Problematisch wird der Bauzustand gesehen, wenn die Entfluchtung nicht mehr über die Treppe gegeben ist. Ein großer Vorteil der Arbeit ist die abschnittsweise Realisierung der drei Bauabschnitte ohne Überbauungen im laufenden Betrieb.

Die Erschließung des Gebäudes ist großzügig und klar, jedoch ohne Verschwendung von Raumpotential.

Die Freiflächengestaltung ist ideenreich und differenziert ausgebildet. Vom ruhigen, kleinteiligen Pausenhof, über den Baumhain, der auch eine annehmbare Aufenthaltsqualität zum Jobcenter erstellt, bis zur begrünten Dachfläche über der Mensa werden unterschiedlichste Nutzungsangebote entwickelt. Der architektonische Ausdruck des Gebäudes ist freundlich und großzügig und ermöglicht die Kommunikation auch in den städtischen Raum. Die Fassaden sind mit Ziegelelementen und großen Festverglasungen auch in serieller Vorfertigung zu produzieren. Die hellgelben Ziegelelemente erinnern auch an Bebauungen der Umgebung und vermitteln Tradition und Moderne gleichzeitig.
Die gut proportionierten Raumstrukturen mit Seminar- und Bürobereichen entsprechen bestens den Anforderungen des Nutzers. Angemessene Zugangssituationen und innere Erschließung versprechen einen gut funktionierenden Hochschulbetrieb. Das Sicherheitstreppenhaus des Hochhauses im 3. Bauabschnitt muss gemäß den Anforderungen ertüchtigt werden. Durch die überwiegende Einhaltung der Vorgaben aus dem Bebauungsplan und der baurechtlichen Anforderungen sowie durch die unabhängige Erstellung der Bauabschnitte zeigt der Entwurf eine gut vorstellbare Realisierbarkeit.
Raumprogramm und technische Anforderungen sind nachvollziehbar erfüllt – die Kosten mit ca. 33 % Überziehung scheinen noch beherrschbar. Die Funktionalität von Küche und Mensa im 2. Bauabschnitt wird kritisch gesehen.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht
Ansicht