Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Tragwerksplanern, Fachplanern für Technische Ausrüstung, Fachplanern für Bauphysik sowie Landschaftsarchitekten
"Neubau einer Grundschule für die Europacity, Berlin-Mitte"


Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
52.000,- Euro
  Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Arthur Numrich, Tiemo Klumpp, Grant Kelly
Mitarbeit: Michael Fllser, Theresa Grave, Christopher Schmidpeter

Tragwerksplanung: PICHLER Ingenieure GmbH, Berlin
Verfasser: Robert Hartfiel

Landschaftsarchitektur: KuBuS Freiraumplanung GmbH&Co. KG, Berlin
Verfasser: Rudolf Kaufmann
Mitarbeit: Till Bacherer, Itxaso Marquiegui Oiza, Maria Pegelow

Fachplanung TA: Ingenieurgesellschaft W33 mbH, Berlin
Verfasser: Afschin Tabassomi, Michael Moritz

Bauphysik: PICHLER Ingenieure GmbH, Berlin
Verfasser: Robert Hartfiel


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit positioniert einen 6-geschossigen Solitär in der historischen Bauflucht. An der Boyenstraße entsteht ein Vorplatz im bestehenden Grünzug, welcher in das Gebäude führt. Mit dem Bestandsbau des Parkhauses und dem MEB entsteht ein stimmiges Ensemble, welches einen großen, vielschichtig differenzierten Schulhof nach Süden ermöglicht.

Der Neubau ist in drei gestapelte Schichten gegliedert. Im zweigeschossigen Sockel sind die Nutzungen im Erdgeschoss sinnvoll verteilt: Zum Straßenraum orientiert die Mensa, zum Eingang die Bibliothek und zum Schulhof der Mehrzweckraum und die Musikräume. Die Küche wird über die Chausseestraße angeliefert. Im 1. OG befinden sich die Lehrerräume, die Verwaltung sowie der Informatikraum und die Werkräume. Diese haben leider keinen zugeordneten Außenraum.

Im mittleren Gebäudeteil sind auf zwei Ebenen die Klassenräume vorgesehen. Die Gruppenräume sind diesen sinnvoll zugeordnet. Erschlossen werden die Klassenebenen durch eine maßvoll dimensionierte Freitreppe, die im Foyer mit zusätzlichen Sitzstufen eine Aufenthaltsqualität im Eingangsfoyer erzeugt. Mehrere Loggien mit Blick in die verschiedenen Außenräume sind von hier aus als erweiterte Flurflächen nutzbar (Grünes Klassenzimmer), im 3. OG fungieren sie lediglich als Luftraum und dienen der Belichtung der Flure. Die Ebenen sind durch den zentralen Nebenraumtrakt gegliedert, die Verkehrsflächen sind großzügig dimensioniert und erzeugen hohe Aufenthaltsqualitäten.

Die Sporthalle über den Unterrichtsebenen ist für Vereine separat erschlossen. Ein Technikgeschoss über den Umkleiden komplettiert die strenge Kubatur des Gebäudes. Gleichzeitig ermöglicht es eine Querlüftung der Halle über beide Längsseiten.

Das Volumen ist durch die plastische Ausformulierung der gestapelten Schichten in der Fassade differenziert gegliedert. Drei unterschiedliche Fassaden repräsentieren die drei Bereiche: Im Sockel ist eine Lochfassade in Sichtbeton vorgesehen, im Klassenbereich kontrastieren dazu vertikale, golden eloxierte Alupaneele, im Bereich der Sporthalle ist eine Glasfassade mit außen liegendem Sonnenschutz durch vorgehängte Streckmetallpaneele dargestellt. Nur die Darstellung im Modell und in der Detailansicht lassen vermuten, dass alle drei Fassadenabschnitte miteinander harmonieren.

Die Arbeit besticht durch die städtebauliche Setzung des Solitärs. Die Struktur des Gebäudes lässt eine flexible Nutzung der Räume zu. Die Anbindung an den MEB erfolgt über einen zweigeschossigen Übergang im 1. und 2. OG.

Negativ sind die Anordnung der Stellplätze im öffentlichen Straßenraum sowie die Anordnung der Fahrradstellplätze im Bereich der Feuerwehrzufahrt.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht
Ansicht