Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten/innen als Generalplaner/innen
"Neubau Kindertagesstätte Wallenbergstraße, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf"


Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
9.000,- Euro
  léonwohlhage Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Prof. Hilde Léon, Peter Czekay, Tilmann Fritzsche
Mitarbeit: Tobias Gruber, Shoko Itano, Carmen Carolina Staiano

Landschaftsarchitektur: Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten Berlin GmbH
Verfasser: Leonard Grosch
Mitarbeit: Miguel Magalhaes, Pascal Zissler



Beurteilung durch das Preisgericht:

Das Gebäude besteht aus drei aneinandergekoppelten und dabei zueinander versetzten Volumen, die mit ihren Zeltdächern eine skulpturale Baukörperform mit großem Wiedererkennungswert bilden. In Maßstäblichkeit und Traufhöhe orientieren sich die Verfasser an dem benachbarten Anne-Frank-Heim und erreichen eine harmonische Eingliederung in die Umgebung. Ein gut orientierter Vorplatz schafft Distanz zwischen Straße und Haupteingang und ermöglicht den Eltern, sich beim Bringen und Abholen der Kinder zu treffen. Die Fläche ist unter dem Bereich des auskragenden Obergeschosses regengeschützt.

Vom Eingang aus fällt der Blick des Besuchers unmittelbar auf den Zugang zum Garten, der sich auf der gegenüberliegenden Seite des kompakten Foyers befindet. Dieser Bereich bildet gleichzeitig das kommunikative Zentrum des Gebäudes und wird über ein großes horizontales Dachfenster belichtetet. Als zweigeschossiger Raum, der Blicke zwischen den Geschossen ermöglicht verspricht er eine große innenräumliche Qualität. Von hier aus sind alle Aufenthalts- und Funktionsräume unmittelbar zu sehen und beinahe ohne Erschließungsflächen erreichbar.

In jedem der drei Häuser sind die Funktions- und Differenzierungsräume um zentrale Sanitärkerne angeordnet und ermöglichen dem Nutzer durch konsequente Zusammenschaltbarkeit die flexible Nutzung der Räume. Die vorgelagerten Loggien, die mit dem Garten verbunden sind, schaffen eine gelungene Vorzone zum Außenraum. Begrüßt werden auch die im Dachraum eingezogenen, über Treppen erreichbaren Spielebenen und der großzügige und charaktervolle Bewegungsraum. Die Belichtung der Innenbereiche über die Dachoberlichter ist gestalterisch sehr gelungen.

Das Leiterbüro im Obergeschoss sollte mit dem Elternzimmer im Erdgeschoss getauscht werden, um die visuelle Kontrolle des Eingangs zu gewährleisten. Das Kinderrestaurant ermöglicht bislang keinen unmittelbaren Zugang zum Garten. Hier wünscht sich der Nutzer eine befestigte Wegeverbindung.

Der Freiraum ist auf überzeugende Weise in eine befestigte Terrasse mit kreisrunden Sandflächen und eine große Spielwiese gegliedert. Gerahmt wird das Gelände von Baumsetzungen entlang der Grundstücksgrenzen. Das Gebäude ist eine mit Vormauerziegeln verblendete Stahlbetonkonstruktion, die eine große Langlebigkeit verspricht. Allerdings muss für die Errichtung von Gebäuden dieser Konstruktionsart auch viel graue Energie eingesetzt werden. Die kompakte Gebäudeform und die thermische Speicherfähigkeit der Konstruktion lassen einen wirtschaftlichen Betrieb erwarten.

Der Entwurf überzeugt mit einer gelungenen städtebauliche Setzung und hohen innenräumlichen Qualitäten. Auch die durchdachten Außenanlagen tragen positiv zum gelungenen Gesamteindruck des Entwurfes bei.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modellfoto © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Außenperspektive
Außenperspektive

Innenperspektive
Innenperspektive

Ansicht Osten
Ansicht Osten

Ansicht Süden
Ansicht Süden

Fassadendetail
Fassadendetail

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG