Städtebau  
 

Nichtoffener, kooperativer Gestaltungswettbewerb für Künstler*innen in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt*innen oder Gestalter*innen in Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Landschaftsarchitekt*innen mit vorgeschaltetem offenem Bewerberverfahren
"Jüdischer Garten in den Gärten der Welt, Berlin Marzahn-Hellersdorf"

Ergebnis: 1. Preis, zur Grundlage für die weitere Realisierung empfohlen


1. Preis:
10.000,- Euro
  Kunst (federführend):
Verfasser/in: Manfred Pernice

Weitere Künstlerinnen / Künstler:
Verfasser/in: Wilfried Kuehn
Mitarbeiter/in: Margherita Fanin

Landschaftsarchitektur:
Verfasser/in: atelier le balto landschaftsarchitekten, Marc Pouzol
Mitarbeiter/in: Véronique Faucheur, Nil Lachkareff, Bérengère Chauffete



Beurteilung durch das Preisgericht:

Dieser Vorschlag beantwortet die Frage „was ist ein jüdischer Garten?“ mit einem großflächigen, netzartig angelegten Nutz- und Schaugarten, der sich der Umgebung öffnet und damit in Dialog steht. Das jüdische Leben wird als offen, dynamisch und organisch vermittelt. Im Wegenetz kristallisieren sich zwei Begegnungspunkte, an denen zwei skulpturale Pavillons richtig verortet sind, welche jedoch in Ihrer Funktionalität unbestimmt bleiben. Der Autor übersetzt die Idee der jüdischen Identität in einer wohltuend abstrakten Art und verzichtet auf weitere Symbolik, erzeugt aber dadurch gleichzeitig den Eindruck einer gewissen Beliebigkeit.

Das Pflanzkonzept ist differenziert mit Kleinbäumen, Stauden und einjährigen Pflanzen herausgearbeitet. Das endgültige Pflanzkonzept soll in einer dreijährigen Findungsphase in Austausch mit ExpertInnen gefunden werden. Während und nach dieser Phase gibt es für interessierte Personen und Organisationen die Möglichkeit, sich in die Entwicklung und Pflege des Gartens einzubinden. Weiter kann der Garten Austragungsort für Feste und Symposien sein. Der Garten ermöglicht so eine Teilnahme aber setzt sie nicht voraus. Dieser Erforschungsgedanken wird gewürdigt, die Umsetzbarkeit des prozesshaften Ansatzes aber kontrovers diskutiert.

Die Bedeutung der jeweiligen Pflanzen im Judentum wird durch eine umfangreiche Beschilderung gut vermittelt. Der Winteraspekt ist zum größten Teil von Pflanzenbildern abhängig und muss von daher sorgfältig herausgearbeitet werden. Kontrovers diskutiert wurde die Frage, wie gut sich der Garten im Parkgefüge behaupten kann.

Unklar bleibt wie hoch der Pflegeaufwand im endgültigen Pflanzkonzept ausfallen wird.

Perspektive
Perspektive

Visualisierung
Visualisierung

Visualisierung
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Lageplan
Lageplan