Städtebau  
 

Nichtoffener, kooperativer Gestaltungswettbewerb für Künstler*innen in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt*innen oder Gestalter*innen in Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Landschaftsarchitekt*innen mit vorgeschaltetem offenem Bewerberverfahren
"Jüdischer Garten in den Gärten der Welt, Berlin Marzahn-Hellersdorf"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
5.000,- Euro
  Kunst (federführend):
Verfasser/in: Hila Cohen Schneiderman

Weitere Künstlerinnen / Künstler:
Verfasser/in: Yael Moria Klain

Landschaftsarchitektur:
Verfasser/in: Topotek1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten*innen
Mitarbeiter/in: Martin Rein-Cano, Daniel Ciepelinski



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die von den Verfassern vorgeschlagene Setzung eines streng umbauten Gartenraums als kontrastierendes Element im weitläufigen und harmonischen Kontext der Parklandschaft der Gärten der Welt regt zu einer intensiven und teils kontroversen Diskussion im Preisgericht an.

Die von der sieben Meter hohen und abstrakt gehaltenen Außenmauer hervorgerufene Irritation bei den Besuchern wird als gelungenes Moment und mögliches Initial für eine Reflektion und belebenden Diskussion beurteilt. Der versteckt gelegene und nur durch einen filigranen Steg erreichbare Eingang stärkt die Introvertiertheit des Gartens und die Intensität des Erlebnisses des Besuches in dem nur dem Himmel exponierten Gartenraum. Kontrovers und kritisch wird jedoch die damit einhergehende Isolation und Abwendung des Gartens diskutiert.

Der Garten besitzt in seiner Konfiguration eine hohe räumliche und atmosphärische Qualität. Die vorgeschlagene schlichte Ausgestaltung des Innenraums mit einer aus der Mauer kragenden Sitzgelegenheit überzeugt und bietet hohes Potential für die reflektive Auseinandersetzung mit dem jüdischen Garten. Die Pflanzungen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend ausformuliert, eine eindrückliche Wahrnehmbarkeit aller 'Inhalte' wird über die räumliche Entkontextualisierung gewährleistet.

Sehr kritisch wird die von den Verfassern vorgeschlagene vertikale Distanz und Trennung des Gartens zum deutschen Boden gesehen. Ein solches Statement ist aus Sicht des Preisgerichtes fragwürdig bzw. nicht denkbar.

Die vielfältige und teils kontroverse Interpretierbarkeit des Entwurfes wird als wertvoller und weiterführender Beitrag gewürdigt. Der Garten fügt sich mit diesem Ansatz in die Philosophie der weiteren Gärten, insbesondere des christlichen und des orientalischen Gartens, ein und besitzt das Potential einen wertvollen Baustein in diesem Ensemble zu bilden.

Perspektive
Perspektive

Visualisierung
Visualisierung

Visualisierung
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Lageplan
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