Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Bewerber-/ Bietergemeinschaften aus
Architekten/innen und Fachingenieuren/innen für Technische Gebäudeausrüstung
"Kindertagesstätte Rathausstraße, Berlin Tempelhof-Schöneberg"

Ergebnis: 1. Preis, zur Grundlage für die weitere Realisierung empfohlen


1. Preis:
9.000,- Euro
  Architektur: Numrich Albrecht Klumpp
Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Arthur Numrich, Tiemo Klumpp, Grant Kelly
Mitarbeit: Matthias Gall, Theresa Grave

Technische Gebäudeausrüstung:
KMG Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Verfasser: Mario Metternich



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit organisiert die Kindertagesstätte in einem klaren und kompakten Baukörper entlang der Rathausstraße und ermöglicht einen großzügigen, geschützten Gartenbereich im Osten. An der Rathausstraße wird durch einen Gebäudeunterschnitt im südlichen Gebäudeabschnitt eine gelungene Eingangssituation ausgebildet. Die Fassaden des Gebäudes sind der Nutzung angemessen großzügig verglast, die geschlossenen Fassadenbereiche mit Betonfertigteilen verkleidet. Die Stirnseiten des Gebäudes sind überwiegend geschlossen. Auf der Gartenseite öffnet sich das Gebäude deutlich in den Garten, der viel Raum für eine gelungene Gestaltung lässt.

Die überzeugende Eingangssituation setzt sich im Innern schlüssig fort und ermöglicht einen direkten Durchgang in den Garten, der allerdings etwas schmal ausfällt. An den Eingangsbereich schließt sich im Süden der Mehrzweckraum, der sich in dieser Lage und mit direktem Zugang in das Freie im Betrieb der Kita sehr gut nutzen lässt, an. Außerdem wird vom Eingangsbereich aus das Obergeschoss über eine einläufige Treppe direkt erschlossen.

Im Obergeschoss sind die Gruppenräume zum Garten orientiert. Hier sind jeweils zwei Gruppenräume mit einem etwas zu schmalen Gruppennebenraum zu einer Einheit verbunden, die Garderoben und Sanitärräume sind schlüssig zugeordnet. Die vorgelagerte Erschließungszone ist vielfältig ausformuliert, bietet Bewegungsräume und Aufenthaltsbereiche unterschiedlicher Qualität. Dies wird wesentlich durch eingestellte Innenhöfe ermöglicht, die die Belichtung und die Raumqualität bereichern und durchaus auch für den pädagogischen Betrieb nutzbar sind. Aus dem Obergeschoss können die Kinder über zwei Treppen am nördlichen und südlichen Gebäudeende direkt ins Freie gehen. Damit sind gleichzeitig auf einfache Weise die erforderlichen Rettungswege gegeben.

Im Erdgeschoss sind nördlich des Eingangsbereichs die Gruppenräume für die Krippe ebenfalls zum Garten ausgerichtet. Diese Räume sind wegen des zurückspringenden Erdgeschosses eventuell nicht hinreichend belichtet. Die Erschließungssituation weist in diesem Bereich keine dem Obergeschoss vergleichbare Qualität auf. Auch die Organisation des Küchenbereichs ist noch nicht befriedigend.

Die Kennwerte der Arbeit im Hinblick auf Flächeneffizienz und Hüllflächenfaktor liegen im Vergleich mit anderen Arbeiten eher im günstigeren Bereich. Die Bauweise ist konventionell, die Fassade aber sicher eher aufwendiger.

Insgesamt zeigt die Arbeit im Eingangsbereich und im Obergeschoss große räumliche Qualitäten, im Erdgeschoss sind die Räume der Krippe und der Küchenbereich dagegen deutlich vernachlässigt. Stadträumlich überzeugt der strenge Baukörper mit einer disziplinierten Fassade, die aber eine erkennbare Feinheit aufweist, sowie mit seiner Eingangssituation.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modellfoto © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive Außen
Perspektive Außen

Perspektive Innen
Perspektive Innen

Grundriss EG
Grundriss EG