Städtebau  
 

Offener 2-phasiger landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb
Platz der Luftbrücke, Berlin Tempelhof-Schöneberg

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
9.000,- Euro
  Landschaftsarchitektur:
bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin
Verfasser: Timo Herrmann
Mitarbeit: Malte Stellmann, Marc Leppin



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf besticht durch einen hohen Anteil an Vegetation. Das Gartendenkmal wird moderat „aufgefrischt“, auf dem Platzbereich West bieten einige Baumsolitäre Schatten, und der Platz am Kaiserkorso bietet eine baumüberstandene Rasenfläche. Das relativ üppige „Grün“ schafft Aufenthaltsqualität und ist dort vorzufinden, wo es weder Nutzungen verhindert, oder in den Denkmalbestand, zum Beispiel vom Ehrenhof, eingreift. Die einzelnen Teilflächen bleiben eigenständig, keine dominiert die andere.

Die zentrale Grünfläche wird durch ein Parkcafé ergänzt. Dies wird als positives Angebot zur Akzeptanz der heute vernachlässigten und schlecht genutzten, denkmalpflegerisch aber wertvollen Anlage verstanden. Es gelingt dem Verfasser, die Blickbeziehung zwischen U-Bahn-Ausgang und Flughafengebäude herzustellen, ohne eine dominante Achse durch das Gartendenkmal zu legen.

Die Reduzierung der Südumfahrung auf zwei Fahrstreifen wird positiv beurteilt. Einzig die Abbiegespuren zum Tempelhofer Damm und in den Columbiadamm fehlen. Zudem ist der Fußgängerübergang am Columbiadamm schwierig. Auch eine Fußgängerinsel beim Übergang wäre anzuregen. Der Fahrradstreifen (Fahrradweg) darf nicht zwischen Fahrbahn und Parkplätzen liegen.

Eine Staudenbepflanzung des Eagle Squares wird infrage gestellt. Die Parkplätze vor dem Eagle Square werden kritisiert, da sie die Verknüpfung von Gartendenkmal und Ehrenhof erschweren.
Ob es von den Platzproportionen richtig ist, nur die vorhandene Rasterung wieder herzustellen, oder ob eine Komplettierung des Ehrenhofes besser wäre, wird kontrovers diskutiert. Vermisst wird ein Element, das die Aufenthaltsqualität verbessert, ohne dass mögliche, zukünftige Nutzungen verhindert werden.

Der Vorschlag für die Nordumfahrung wird als möglich erachtet. Die Teilfläche an der Dudenstraße könnte auch ohne Rasenrabatte auskommen.

Der Platzbereich West wird in seiner großzügigen und unspektakulären Ausbildung als sehr gut empfunden. Im Zentrum steht das Wasserspiel, ein „Eye Catcher“. Seine Lage, nah an der Straße, müsste überprüft werden. Die informelle Stellung der Bäume bietet Schatten, ohne dass die Sicht auf die prägnanten Gebäude genommen wird. Die Übergänge zum Kaiserkorso fehlen.

Die formalistische, dreieckige Grünfläche auf dem Kaiserkorso wird kritisiert, ebenso die Durchfahrt sowie die Anordnung der Parkplätze. Die Erweiterung des Gehsteiges als Standort eines Cafés wird begrüßt.

Insgesamt besticht der Entwurf durch starke Klarheit und Bescheidenheit, der dem Besucher einen Moment der Muße gibt, auch wenn er ihn nicht vor dem Lärm der stark befahrenen Straße beschützen kann.

Leider liegt kein verwertbares Regenwasserkonzept vor.

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Perspektive

Lageplan
Lageplan