Bauen  

 

Ökologisches Bauen / Ökologische Gebäudekonzepte

Glossar


In Veröffentlichungen, Richtlinien und in den Regeln der Technik sind verschiedene Interpretationen und Definitionen von Begriffen zu finden. Das hier dargestellte Wörterverzeichnis mit Erklärungen soll im Planungs- und Bauprozess eine Hilfestellung bieten.

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A


Abflussbeiwert

bezeichnet das Verhältnis zwischen dem Niederschlag und dem tatsächlich festgestellten oberflächlichen Abfluss. Die Größe des Beiwertes richtet sich nach dem Oberflächenmaterial und -belag, der Flächenneigung, der Temperatur und der Regendauer.
Eine Extensivbegrünung mit einer Aufbaudicke von 10-15 cm kann bei einem Flachdach einen Abflussbeiwert von 0,4 erreichen. Das bedeutet, dass 40 % des Niederschlagswassers vom Dach abfließen, während 60 % durch den Begrünungsaufbau zurückgehalten werden.

Absorption

Aufnahme und Auflösung von meist gasförmigen Stoffen (Luft, Schadstoffgase etc.) in anderen Stoffen (z.B. Wasser, Filter).

Absorptionskältemaschine

Eine Kältemaschine, bei der im Gegensatz zur Kompressionskältemaschine die Verdichtung durch eine temperaturbeeinflusste Lösung des Kältemittels erfolgt. Man bezeichnet dies auch als thermischen Verdichter. Die Anlagerung an einen Feststoff wird in der Verfahrenstechnik als Adsorption bezeichnet und die Desorption dementsprechend als Lösen von einem Feststoff.
Das Kältemittel wird in einem Lösungsmittelkreislauf bei geringer Temperatur in einem zweiten Stoff absorbiert und bei höheren Temperaturen desorbiert. In einer Adsorptionskältemaschine wird das Kältemittel so gewählt, dass mit der Ad- bzw. Desorption eine Aggregatszustandsänderung einhergeht. Da die Adsorption des Kältemittels eine Kondensation beinhaltet, wird sie von niedriger Temperatur und hohem Druck begünstigt, verringert das Volumen des Kältemittels und setzt Energie in Form von Wärme frei.

Abwasser

Abwasser ist nach dem Wasserhaushaltsgesetz das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser(Schmutzwasser) sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser (Niederschlagswasser).

Abwärme

Anfallende Wärmeenergie, die bei chemischen, physikalischen oder technischen Prozessen als (oft unerwünschtes) Nebenprodukt (Koppelprodukt) erzeugt wird. Abwärme kann auch als sogenannte Ersatzmaßnahme zur Erfüllung der Nutzungspflicht Erneuerbarer Energien nach § 7 des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) genutzt werden.

Adiabatische Zustandsänderung

Ein thermodynamischer Vorgang, bei dem ein System von einem Zustand in einen anderen überführt wird, ohne thermische Energie mit seiner Umgebung auszutauschen.

Adiabate Kühlung

In der Klimatechnik eingesetztes Verfahren um mit Verdunstungskälte Räume zu klimatisieren. Das Verfahren wird indirekt angewandt, indem ein anderer Luftstrom als der zu kühlende Luftstrom befeuchtet wird. Verdunstungskälte ist eine erneuerbare Energie, da zur Kälteerzeugung nur Luft und Wasser als Quellen genutzt werden. Das Prinzip dieses Vorgangs ist dasselbe wie beim Schwitzen, bei dem durch die Schweißabsonderung Wasser verdunstet. Die für die Verdunstung notwendige Wärme wird der Umgebung entzogen, was dazu führt, dass die Haut des Menschen abkühlt.

Aktive Bodenzone

belebte Bodenzone; Mikroorganismen in dieser Bodenzone nutzen organische und anorganische Stoffe für ihren eigenen Stoffwechsel, wandeln dabei diese Stoffe um bzw. bauen sie dadurch ab.

Albedo

Maß für das Rückstrahlvermögen von diffus reflektierenden, nicht selbst leuchtenden Oberflächen. Quotient aus reflektierter zu einfallender Lichtmenge.


B


Bauen (gebäudebezogene Begriffe)

  • Rekonstruktion
    Ziel ist der originalgetreue Wiederaufbau eines Gesamtbauwerks oder Einzelbauteils, in der Regel ohne Beachtung des aktuellen technischen Standards.
  • Vollsanierung
    Ziel ist die Anpassung an den aktuellen technischen Standard. Der Bezug auf das Gesamtbauwerk ist dabei mit wesentlichen Eingriffen in den Bestand verbunden.
  • Instandhaltung
    Beinhaltet Maßnahmen (Inspektion, Wartung und Instandsetzung) zur Erhaltung des Sollzustandes eines Objektes, die nach Neubau bzw. Vollsanierung regelmäßig durchzuführen sind.
  • Instandsetzung (Teilsanierung) / Renovierung
    Ziel ist die Wiederherstellung des Sollzustandes ohne Notwendigkeit der Beachtung des aktuellen technischen Standards. Es finden keine Eingriffe in Konstruktion statt. Die Maßnahmen beziehen sich auf Einzelbauteile.
  • Modernisierung
    Bauliche Maßnahmen bezogen auf Einzelbauteile zur nachhaltigen Erhöhung des Gebrauchswertes eines Objektes durch Anpassung an die aktuellen technischen Standards.

Beste verfügbare Technik (BVT)

Hierunter werden Anlagen verstanden, die dem "neuesten Stand der Entwicklung" entsprechen und unter "wirtschaftlich vertretbaren Verhältnissen" für die Betreiber zugänglich sind.

Betriebswasser

Nach DIN 4046: Gewerblichen, industriellen, landwirtschaftlichen oder ähnlichen Zwecken dienendes Wasser mit unterschiedlichen Güteeigenschaften, wobei auch Trinkwasserqualität enthalten sein kann.
Nach DIN 1989: Wasser für häusliche und gewerbliche Einsatzbereiche, welches keine Trinkwasserqualität haben muss. Hier z.B.: Aufbereitetes Regenwasser für Verwendungszwecke in denen keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Es kann z.B. für die Toilettenspülung, Kühlzwecke, Wasch- und Reinigungsanlagen oder zur Bewässerung von Grünanlagen genutzt werden.

Biodiversität / Artenvielfalt

Die biologische Vielfalt zu erhalten und den weltweiten Artenschutz zu unterstützen sind oberste Ziele. Die Zahl der Pflanzen – und Tierarten wird auf der Erde wird auf rund 15 Millionen geschätzt, von denen etwa 1,8 Millionen bislang beschrieben wurden.
In Deutschland gilt ein Drittel der heimischen Tier- und ein Viertel der Pflanzenarten als gefährdet.

Biotopflächenfaktor (BFF)

Instrument zur Sicherung von "grünen Qualitäten" in der Berliner Innenstadt. Er kann in Berlin als Rechtsverordnung in einem Landschaftsplan festgelegt werden. Er trägt zur Standardisierung und Konkretisierung von Umweltqualitätszielen bei und benennt den Flächenanteil eines Grundstückes, der als Pflanzenstandort dient bzw. sonstige Funktionen für den Naturhaushalt übernimmt.

Biozide

Unter den Begriff "Biozide" fallen alle Chemikalien zur Bekämpfung von Schadorganismen auf chemische/biologische Wege, z.B. Desinfektionsmittel, Holzschutzmittel und alle Schädlingsbekämpfungsmittel.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein BHKW besteht aus Motor(en) oder Gasturbine(n) und einem Generator zur Stromerzeugung. Die bei der Stromerzeugung gewonnene Abwärme wird als Nahwärme für die Raumheizung und die Warmwassererzeugung genutzt. Ab Leistungsklassen >5 oder 10 MW spricht man nicht mehr von BHKW, sondern von KWK-Anlagen, wobei das Funktionsprinzip der Kraft-Wärme-Koppelung zum Ausdruck kommt.

Boden

ist die oberste (meist nur 20 bis 40 cm Dicke) überbaute und nicht überbaute Schicht der festen Erdkruste, einschließlich des Grundes fließender oder stehender Gewässer, soweit sie durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden kann. Der Boden nimmt eine Vielzahl von nicht substituierbaren natürlichen Funktionen für den Menschen war. So dient er der Nahrungsmittelproduktion, als Siedlungs- und Verkehrsfläche, nimmt Abfälle und Emissionen auf, weiterhin werden zahlreiche Regelungs- und Lebensraumfunktionen wahrgenommen.

Bodenrichtwerte

sind durchschnittliche Lagewerte für den Grund und Boden, bezogen auf einen Quadratmeter Grundstücksfläche. Sie bieten Marktorientierung über die Wertverhältnisse unbebauter Grundstücke [Geoinformation, www.berlin.de/gutachterausschuss/].

BORIS BOdenRichtwertInformationsSystem

Mit Hilfe von BORIS lassen sich webbasiert Bodenrichtwerte anzeigen und als archivfähiges Dokument herunterladen [Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Abteilung Geoinformation].

Brauchwasser

Begriff für Warmwasser aus Trinkwasser in Gebäuden.


D


Dachabflusswasser

Das von Dachflächen abfließende Niederschlagswasser, welches durch Reaktionen mit dem Dachmaterial und den Ablagerungen auf dem Dach eine veränderte Qualität hat.

Dachgärtnerverband

Der Deutsche Dachgärtner Verband e.V. (DDV) ist eine Vereinigung von Landschaftsgärtnern, Dachdeckern, Planern und Umweltschützern. Bereits seit Mitte der 80er Jahre setzt er sich aktiv für die Verbreitung der ökologischen Gründach-Idee ein.

Demonstrationsvorhaben/Modellvorhaben

Im Rahmen von Pilotprojekten/Forschungsvorhaben werden neue Verfahren und /oder Technologien erprobt, um z.B. erstmalig aufzuzeigen, in welcher Weise fortschrittliche Verfahren zur Vermeidung oder Verminderung von Umweltbelastungen verwirklicht werden können.


E


Energie

ist die Fähigkeit eines Körpers Arbeit zu verrichten. Sie wird in der gleichen Einheit wie Arbeit in Joule gemessen (1 KJ = Tausend Joule, 1 MJ = 1 Million Joule). Eine andere gebräuchliche Energieeinheit ist die kWh (Kilowattstunde). Oft werden die Energieeinheiten auch in Primärenergieeinheiten angegeben (1 kg Steinkohleneinheit SKE = 29.308 KJ = 8,14 kWh; 1 kg Rohöleinheit RÖE = 41.868 KJ =11,63 kWh; 1 m³ Erdgas = 31.736 KJ = 8,82 kWh). 1 Joule entspricht einer Wattsekunde (Ws).

Eutrophierung (Überdüngung)

ist eine Überdüngung von Gewässern, die zur Folge hat, dass sich das Wachstum der Wasserpflanzen aber auch der Algen beschleunigt. Gewässerschäden treten dadurch ein, dass der Sauerstoffbedarf immer größer wird und zum Sauerstoffmangel in den Gewässern führt. In einem fortgeschrittenen Stadium führt das Absterben der Wasserpflanzen zur Fäulnis und zur Bildung giftiger Stoffe wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff. Die Eutrophierung entsteht durch ein Überangebot von Nährstoffen (meist Nitrat und Phosphat) aus Düngemitteln der Landwirtschaft und durch Abwässer. Die Folge ist ein Rückgang des Fischbestandes bis hin zum Fischsterben. Regenwasserabfluss von versiegelten Flächen verursacht in Gebieten mit getrennter Kanalisation für Regenwasser und Schmutzwasser einen kontinuierlichen Eintrag von Nährstoffen in die Oberflächengewässer, während in Gebieten mit Mischkanalisation die Starkregenereignisse die Gewässerbelastung verursachen.

Extensive Dachbegrünung

kostengünstige Begrünungen, besonders für Dächer mit geringen Lastreserven geeignet, bei denen keine Nutzung vorgesehen ist. Die geringe Pflegeintensität ist in der Regel nur zweimal jährlich erforderlich. die Bewässerung beschränkt sich meist auf die Anwuchspflege. Die mineralische nährstoffarme grobporige Substratschicht beträgt ca. 5 bis 12 cm.


F


FBB

Die Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Planern, Ausführenden, Produzenten und Kommunen. Dabei werden im Sinne des Verbraucherschutzes insbesondere die Sicherstellung praxistauglicher Qualitätskriterien sowie eine umfassende und objektive Informationspolitik angestrebt.

fbr

Die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Personen, Firmen, Kommunen, Hochschulen, Fachbüros, dem Fachhandwerk und Institutionen, die an der Betriebs- und Regenwassernutzung interessiert oder in diesem Bereich tätig sind. Die Fachvereinigung ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein mit Sitz in Darmstadt.
Die fbr hat die Aufgabe zur Erhaltung des natürlichen Wasserhaushaltes, zur Einsparung von Trinkwasser und Reduzierung von Abwasser unter Beachtung der Gesichtspunkte des Umwelt- und Klimaschutzes beizutragen.
Die Vernetzung der einzelnen Fachgruppen - national und international - und der fachliche Austausch im Sinne einer Zukunftsvorsorge, unter Beachtung der Gesichtspunkte des schonenden Umgangs mit den Ressourcen und erforderlicher Klimaanpassungsstrategien bei Einbeziehung von Wissenschaft und Forschung sind wesentliche Ziele des fbr.

FIS-Broker

Fachübergreifendes Informationssystem
Broker steht für einen Makler, der diese übergreifende Nutzung ermöglicht. In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt werden seit vielen Jahren Geodaten in großem Umfang erfasst und verarbeitet. Die vorhandenen Datenbestände sollen über den FIS-Broker einem weiten Nutzerkreis zur Verfügung stehen.

FLL

Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. ist Herausgeber verschiedener Richtlinien zum Thema Gebäudebegrünung, die u.a. von der FBB unterstützt wird. In den Richtlinien werden wichtige gewerkeübergreifende Zusammenhänge dargestellt. Die Schriftenreihe der FLL umfasst vielfältige Regelwerke und Veröffentlichungen zur Planung, Herstellung, Entwicklung und Pflege von Anlagen.


G


Gebäudeautomation

Nach DIN 276 "Kosten im Hochbau" ist Gebäudeautomation die Mess-, Steuer-, Regel- und Leittechnik für alle automatisierbaren Baukonstruktionen, technischen Anlagen, Außenanlagen und Ausstattungen.
Nicht zur Gebäudeautomation gehören die Gewerke "Informationstechnische Anlagen" mit Gefahrenmeldesystemen (Brand, Einbruch), Systeme zur Zutrittskontrolle und Zeiterfassung, Video-Überwachungsanlagen und Personensuchanlagen.

Gewässerschutz

Ziel des Gewässerschutzes in Deutschland ist es, allerorts Gewässer mit guter ökologischer Qualität zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Dazu müssen die Gewässer, aber auch ihre Ufer und ihr Umfeld so erhalten bzw. wieder hergestellt werden, dass sich die für den jeweiligen Naturraum typischen Lebensgemeinschaften dort entwickeln können.

Grauwasser

nach Europäischer Norm 12056 – 1: fäkalfreies, gering verschmutztes Abwasser.
Teil des häuslichen Abwassers, das aus Dusche, Badewanne, Handwaschbecken und / oder Waschmaschine stammt und frei von Toilettenabwasser und hochbelastetem Küchenabwasser ist.

Grauwasserrecyclinganlagen

Anlagen welche leicht verschmutztes Wasser aus Duschen, Badewanne, Handwaschbecken und / oder Waschmaschine sammeln und zu Betriebswasser aufbereiten.

Grundwasser

Grundwasser ist das Wasser im Untergrund. Diese unsichtbare Ressource ist ein wesentliches Element des Wasserkreislaufs und erfüllt wichtige ökologische Funktionen. Zudem ist es die wichtigste Trinkwasserressource. Das Grundwasser muss vor Verunreinigungen geschützt werden. Die konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips ist dabei von großer Bedeutung.


I


Intensive Dachbegrünung

Ein Synonym für begehbare Freiflächen auf dem Dach - Dachgärten. Auf nicht erdgebundenen Flächen werden gartenähnliche Vegetationsflächen angelegt, genutzt und gepflegt. Intensive Dachgärten können unter ökologischen Aspekten, als Möglichkeit zur Regenwasserbewirtschaftung und durch die Auswahl der Vegetation optimiert werden. Eine neue Bedeutung erhalten sie auch im Zusammenhang mit dem Thema der urbanen Landwirtschaft.


K


Klimaanlagen

Eine Kombination sämtlicher Bauteile, die für eine Form der Luftbehandlung erforderlich sind, bei der die Temperatur, eventuell gemeinsam mit der Belüftung, der Feuchtigkeit und der Luftreinheit geregelt und gesenkt werden kann.

Klimatisierung

Aufgabe der Klimatisierung ist die Gewährleitung von hygienisch und / oder technologisch geforderter Lufttemperatur durch die thermodynamische Aufbereitung der Luft mit den Prozessen Heizen, Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten [Prof. Dr. Ing. Achim Trogisch, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden].

KWK-Anlagen

Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen beruhen darauf, Abwärme bei der Stromerzeugung auszukoppeln und für Heizzwecke und Warmwasser zu nutzen. Hierdurch kann der Wirkungsgrad der eingesetzten Primärenergie von 30 bis 40 % auf 60 bis 90 % gesteigert werden. Im Sommer kann die Wärme über Absorptions- oder Adsorptionskältemaschinen in Kälte umgewandelt werden. Man spricht dann von Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-Anlagen.


L


Lysimeter

Offene bewachsene Bodenzylinder zur Messung von Niederschlag, Versickerung und Verdunstung. Sie sind in den Boden eingelassen und schließen mit der Umgebung glatt ab. Lysimeter stehen in der Regel auf einer Waage, um den Wasserhaushalt zeitnah exakt zu bestimmen. Das Sickerwasser kann qualitativ und quantitativ analysiert werden.


M


Mecoprop (MCPP)

Ist als Handelsprodukt mit herbizider Wirkung in einer Vielzahl von Formulierungen auf dem Markt. Es wird überwiegend als Salz oder Ester eingesetzt (Kaliumsalz, Dimethylaminsalz,Isooctylester). Einsatzgebiete: Bautenschutz, Landwirtschaft, Nichtkulturland usw.

Monitoring

systematische Erfassung, Beobachtung oder Überwachung eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme. Die Funktion des Monitorings besteht darin, bei einem beobachteten Ablauf bzw. Prozess steuernd einzugreifen, sofern dieser nicht den gewünschten Verlauf nimmt bzw. bestimmte Schwellwerte unter- bzw. überschritten sind. Monitoring ist deshalb ein Sondertyp des Protokollierens und Optimierens.


N


Nachhaltige Entwicklung

auch als zukunftsfähige, dauerhaft aufrechterhaltbare oder dauerhaft umweltgerechte Entwicklung bezeichnet, ist die deutsche Übersetzung des 1992 in Rio in der Agenda 21 festgelegten neuen Entwicklungsleitbildes "sustainable development" (SD). Sie wird hier definiert als eine Entwicklung, die für alle heutigen Menschen und künftigen Generationen hohe ökologische, ökonomische und sozial-kulturelle Standards im Rahmen der Grenzen des Umweltraums anstrebt Ziel ist es die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Sicherheit mit der langfristigen Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen.

Die Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes - Planung, Errichtung, Nutzung, Betrieb und Rückbau bzw. Abriss bilden den Rahmen zur Beurteilung der Nachhaltigkeit.
  • Ökologische Qualität:
    Die begrenzte Belastungsfähigkeit der Umwelt und Ressourcenengpässe zeigen den Handlungsbedarf zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.
  • Ökonomische Qualität:
    Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen umfassen nicht nur die Investitionskosten – Anschaffungs- und Baukosten sondern eine Gesamtkostenberechnung. Dabei sind die Betriebskosten und die Beachtung nichtmonetärer Aspekte in der Standortbewertung zu beachten und in einer Nutzwertanalyse zu bewerten.
  • Sozio-Kulturelle Qualität:
    Gesundheit, Lebensqualität, Sicherheit aber auch Ästhetik in der Gestaltung zeichnen diesen Aspekt aus. Von der Innenraumhygiene, visuellen Komfort, der Barrierefreiheit bis zu Möglichkeiten der Einflussmöglichkeit der Nutzer und Betreiber von Gebäude öffnet sich hier ein weites Feld.


Natürliche Ressourcen

Alle Bestandteile der Natur, die dem Menschen Nutzen stiften. Hierzu gehören: Nicht erneuerbare Ressourcen (Rohstoffe, Primärenergieträger, Boden bzw. Fläche, genetische Ressourcen), Erneuerbare Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Wasser, Luft und Wind) sowie quasi unerschöpfliche Ressourcen (jedenfalls für menschliche Zeiträume) wie die Strahlungsenergie der Sonne. Weiterhin ihre zahlreichen für das menschliche Leben existenziellen Funktionen (Senkenfunktion, d. h. die Aufnahme von Emissionen und Abfällen), die Lebensraumfunktion und die Aufrechterhaltung der natürlichen Systeme (Stoff- und Lebenskreisläufe).

Niederschlagswasser

Das durch Niederschläge (Regen, Schnee, Hagel usw.) anfallende, von bebauten oder befestigten Flächen abfließende und gesammelte Wasser, im wesentlichen Regenwasser.


O


Ökologie

Lehre von den Beziehungen der Lebewesen zu ihrer biologischen Umwelt (vom griech. oikos "Wohnung" und logos "Lehre"). Der Begriff stammt von Ernst Haeckel, der ihn als "Die gesamte Wissenschaft von den Beziehungen der Organismen zur umgebenden Außenwelt" definierte. Die Ökologie (Teilbereich der Biologie) wurde zunächst als Lehre vom Haushalt der Natur definiert. Heute wird sie umfassender als Wissenschaft von den wechselseitigen Beziehungen zwischen den Organismen und Umweltfaktoren verstanden.


P


Photovoltaik-Anlage

Eine Photovoltaik-Anlage wandelt die solare Strahlung in elektrischen Strom um, der unmittelbar vor Ort oder überwiegend nach Verteilung übers Stromnetz verbraucht wird. Die solare Strahlung wird über den photoelektrischen Effekt in Halbleitermaterialien der Solarzellen in Gleichstrom umgewandelt. Viele Solarzellen werden in einem Rahmen zu einem PV-Modul zusammen geschaltet. Mehrere PV-Module werden an einen Wechselrichter angeschlossen, der den Gleichstrom in Wechselstrom umformt, der dann in das Stromnetz eingespeist werden kann.

Primärenergieträger

Unter Primärenergieträgern werden Stoffe oder Energiefelder und unter der Primärenergie der Energieinhalt der Primärenergieträger und der Energieströme verstanden, die noch keiner technischen Umwandlung unterworfen wurden und aus denen direkt oder durch eine oder mehrere Umwandlungen Sekundärenergie oder -träger gewonnen werden können (z.B. Steinkohle, Braunkohle, Erdöl, Biomasse, Windkraft, Solarstrahlung, Erdwärme).


R


Rankhilfen

Technische Konstruktionen, die es Kletterpflanzen erlauben, senkrechte Flächen / Wände zu bewachsen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es sehr unterschiedliche Arten von Klettermechanismen gibt.

Regenwasser

Nach DIN 1989: Wasser aus natürlichem Niederschlag, das nicht durch Gebrauch verunreinigt wurde.

Regenwasserbewirtschaftung

Bezeichnet alle Maßnahmen des Umgangs mit Niederschlagswasser auf den Ebenen Gebäude, Quartier und Einzugsgebiet der Stadtentwässerung.
  • Zentrale Regenwasserbewirtschaftung
    Einleitung, Ableitung von Niederschlagswasser über die Kanalisation (Misch- oder Trennsystem).
  • Semizentrale Regenwasserbewirtschaftung
    Einleitung, Zurückhaltung bzw. Reinigung über z.B. Regenrückhaltebecken, Retentionsbodenfilter, Speicherraumbewirtschaftung im Kanalnetz
  • Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung
    Die Niederschläge werden dort, wo sie anfallen, den örtlichen Gegebenheiten entsprechend durch geeignete Maßnahmen bewirtschaftet und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt. Hierzu ist das Niederschlagswasser möglichst im Gebiet zurückzuhalten um es zu verdunsten (z. B. über künstliche Wasserflächen, Gebäudebegrünung), es zu nutzen (als Betriebswasser) und / oder über die belebte Bodenschicht zu versickern.

Retention

Abflusshemmung und -verzögerung.


S


Smart grid "intelligentes Stromnetz"

ist für die Umsetzung der Energiewende im Strombereich - z.B. durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien und dezentraler BHKW - unabdingbar. Das "intelligente Stromnetz" befindet sich im Forschungs- und Entwicklungsstadium. Derzeit erfolgt die Stromproduktion nachfragegesteuert. D.h. je mehr Strom gebraucht wird, desto mehr wird zeitgleich im Kraftwerk erzeugt und übers Netz zugeführt.
Künftig wird - auch aus Effizienz- und Wirtschaftlichkeitsgründen - eine "Abstimmung" zwischen Stromproduktion und Strombedarf erfolgen müssen.
Eine Voraussetzung für Smart grid ist die Einführung des "smart metering". Intelligente Strommesstechnik beim Verbraucher, mit der er seinen Stromverbrauch erfassen und regeln kann. Dabei wird die Erfassung, Auflösung und Auswertung der Stromverbräuche sehr viel detaillierter sein. Anstelle des Jahresstromverbrauch (in kWh pro Jahr) wird künftig auf einem Display der momentane Stromverbrauch verschiedener Geräte/Verbraucher eines Haushalts dargestellt. Der Nutzer kann so unmittelbar durch sein Verhalten Einfluss auf den Stromverbrauch nehmen.
Bei "smart grid" sind noch viele organisatorische, technische, ökonomische und rechtliche Fragen zu klären.

Solaranlagen

Die solare Strahlung kann mit Solaranlagen technisch genutzt werden. Dabei sind grundsätzlich die beiden Techniken zur Erzeugung von Solarwärme (solarthermische Anlage) und von Solarstrom (Photovoltaik-Anlage) zu unterscheiden.

Solarthermische Anlage

Die solarthermische Anlage wandelt die solare Strahlung in Wärme um, die vorwiegend als Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung genutzt wird. Der Sonnenkollektor absorbiert die eintreffende Strahlung, wandelt sie in Wärme um und gibt diese an ein Wärmeträgermedium (Wasser mit Frostschutzmittel) weiter, das im Kreislauf geführt wird. Über einen Wärmetauscher, der sich in einem Warmwasserspeicher befindet, wird die Wärme an das Trinkwasser übertragen. Bei der Auslegung der Größe einer solarthermischen Anlage (Kollektor, Speicher) ist der Bedarf an Wärme (Menge, Temperaturniveau, jahreszeitlicher Bedarf, Warmwasser und/oder Heizungsunterstützung), das solare Strahlungsangebot (Tagesganglinie, Jahresgang) und die Einbindung in die Heizungsanlage wirtschaftlich optimal aufeinander abzustimmen.

SPS-Steuerung

Speicherprogrammierbare Steuerung; flexible Steuermodule, die Steuerungsaufgaben jeglicher Art in Abhängigkeit von digitalen und analogen Eingangsgrößen ausführen. Sie können u.a. bei der Steuerung von Betriebswasseranlagen und Anlagen der Regenwasserbewirtschaftung sowie für Bewässerungszwecke eingesetzt werden.

Stadtökologie

beschreibt die ökologischen Zusammenhänge im städtischen Raum, insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt. Die Stadtökologie liefert Grundlagen für die Planung einer nachhaltig ökologischen Stadtentwicklung. Wesentliche Themen sind:
  • der Schutz von Boden, Wasser und Luft
  • der schonende Umgang mit den Ressourcen
  • die Vermeidung von Abfällen
  • der Biotop- und Artenreichtum

Stand der Technik

In Rechtsnormen verwendeter Begriff für den Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren und Anlagen zur Begrenzung von Umweltbelastungen.

Stoffeinträge in die Natur

Unter Stoffeinträgen werden alle festen und gasförmigen (Schad-)stoffe verstanden, die durch die Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung von Rohstoffen und Energie freigesetzt werden und die natürlichen Kreisläufe (inkl. den Menschen) belasten können.


T


Trinkwasser

ist das wichtigste Lebensmittel und dient auch dem sonstigen Hausgebrauch. 99 % der deutschen Bevölkerung beziehen es von der öffentlichen Wasserversorgung, welche die Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt. In Deutschland entfallen rund 4 % der gesamten Wassernutzung auf die Versorgung mit Trinkwasser.


U


Umwelt

Der Begriff wird vielfältig definiert. In seiner umfassendsten Begriffsbestimmung bedeutet Umwelt die Gesamtheit der existenzbestimmenden Faktoren (inkl. der physischen, psychischen, technischen, ökonomischen und sozialen Beziehungen und Bedingungen). Hier als Gesamtheit der, den menschlichen Lebensraum definierenden, natürlichen Gegebenheiten verstanden.

Umweltbelastungsarten

Die Umweltbelastungsarten können in folgende Kategorien unterteilt werden:
  1. Schadstoffhaltige feste, flüssige, gasförmige Stoffe. Als Unterkategorie können die Umweltchemikalien – gesundheits- und umweltschädliche Stoffe in Produkten und Nahrungsmitteln – angesehen werden.
  2. Lärm, Erschüttern und umweltbelastende Abwärme und Strahlungen.
  3. Zerstörung der natürlichen Lebenskreisläufe durch Landschaftsveränderungen, Überbauungen und Erosion.
  4. Übernutzung der natürlichen Ressourcen über das Maß der Regenerationsfähigkeit hinaus (z.B. Überfischung, Abholzung). Im weiteren Sinne wird hierunter auch die Verschwendung der nicht regenerierbaren Rohstoffe und Primärenergieträger verstanden.

UV-Anlage

Das Betriebswasser wird mit Hilfe ultravioletter Strahlung (UV) entkeimt. "Ultraviolette Strahlung wird zur Behandlung von Wasser, Luft und Oberflächen eingesetzt. Bei der Trinkwasseraufbereitung werden mit UV-Strahlung Krankheitserreger und die Keimzahl im Wasser zuverlässig reduziert. Eine Zugabe von Chemikalien ist nicht erforderlich.


W


Wandgebundene Begrünungen

"Living Walls" oder "vertikale Gärten"(nach FLL).
Der Begriff "Wand" umfasst mehr vertikale Strukturen als der bisher bevorzugte Begriff "Fassade".
Als Begrünungssysteme sind z.B. Gabionen, kleine Kübel, Module oder Geovlies im Angebot.
Die Systeme bieten die Möglichkeit der gezielten Einbindung als Gestaltungs- und Architekturelement.
Eine Bewässerung, Düngung und Zugänglichkeit für die Pflege sind notwendig, damit sich die Begrünung gut entwickeln kann.

Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft ist am 22.12.2000 in Kraft getreten. Mit ihr fiel der Startschuss für eine Gewässerschutzpolitik in Europa, die über Staats- und Ländergrenzen hinweg eine koordinierte Bewirtschaftung der Gewässer innerhalb der Flusseinzugsgebiete bewirken wird.