Im Jahr 2012 steht mit der Europäischen Lärche (Larix decidua) eine besonders filigrane Baumart im Mittelpunkt. Sie ist ursprünglich ein Baum der Alpen und Karpaten und kommt bis in Höhenlagen von über 2000 m vor. Dort kann sie die Baumgrenze bilden und wichtige Lawinenschutzfunktionen übernehmen. In Deutschland ist die Europäische Lärche inzwischen in den Mittelgebirgen und auch in der Ebene verbreitet, nimmt aber nur etwa 1 % der Waldfläche ein.
Auch in den Berliner Wäldern spielt die Lärche eine sehr untergeordnete Rolle. Mit einer Ausnahme: Die "Burgsdorf-Lärche" im Tegeler Forst ist der höchste Baum Berlins! Etwa 45 m misst sie bis zur Spitze und zählt mit einem Stammumfang von ungefähr 3 m außerdem zu den dicksten Lärchen Deutschlands!
Ein Spaziergang zur "Burgsdorf-Lärche" lohnt sich zu jeder Jahreszeit und ist als
Ausflugstipp der Berliner Forsten
beschrieben.
Als einzige heimische Nadelbaumart wirft sie ihre Nadeln im Herbst ab und zeigt vorher eine spektakuläre, goldgelbe Herbstfärbung - und das zarte helle Grün der neuen Nadeln im zeitigen Frühjahr ist auch nicht weniger hinreißend. Warum die Europäische Lärche ihre Nadeln im Gegensatz zu all den anderen immergrünen Nadelbäumen abwirft, ist bisher nicht eindeutig ergründet. Wahrscheinlich, weil sie ohne Nadeln Temperaturextremen besser widerstehen kann - und die kommen in ihrer angestammten Heimat, im Hochgebirge, häufig vor. Kaum eine andere heimische Baumart ist so frosthart: bis -40 °C.
Dort im Hochgebirge findet man beeindruckende Lärchen - einzeln stehende alte Baumgestalten, die allen Witterungsunbilden widerstanden haben. Sie sind teilweise über 1000 Jahre alt, haben also schon Karl den Großen bei seiner Alpenüberquerung erlebt.
Waldbau
Besondere Nährstoffansprüche hat die Europäische Lärche nicht. Sie gehört zu den sogenannten Pionierbaumarten, die Rohböden und Kahlflächen als erste besiedeln. Sie ist, wie die anderen Pionierbaumarten auch, z.B. wie die Birken oder Kiefern, sehr lichtbedürftig ("Lichtbaumart"). Später hinzukommende schattenverträgliche Baumarten sind dann konkurrenzkräftiger - so haben sich die Europäischen Lärchen nur in speziellen Gebirgsräumen oder durch forstliche Hilfe im Flachland halten können.
In Buchenwäldern spielt die Europäische Lärche eine zunehmend wichtige Rolle. Sie trägt dort zur Arten- und Strukturvielfalt bei - und sie liefert eines der wertvollsten und härtesten heimischen Nadelhölzer.