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Atlas zur Stadtentwicklung
Öffentlicher Personennahverkehr
Berlin verfügte in den 30er Jahren über ein beispielhaftes ÖPNV-Netz. Zumindest die S- und U-Bahnstrecken wurden nach dem 2. Weltkrieg weitgehend, wenn auch teils provisorisch, wiederhergerichtet. Mit der Teilung der Stadt wurden sämtliche Netze getrennt und danach in den beiden Stadtteilen unterschiedlich ausgebaut. Im Westteil wurden der Straßenbahnbetrieb eingestellt, große Teile des S-Bahn-Netzes außer Betrieb genommen und das U-Bahnnetz erweitert. Im Ostteil wurden vor allem das S-Bahn- und Straßenbahnnetz ausgebaut.

Karte Öffentlicher Personennahverkehr
Nach der Wiedervereinigung wurden kurzfristig die S- und U-Bahnverknüpfung in der Innenstadt wiederhergestellt und im Ostteil liegende U-Bahnhöfe der Westberliner Linien geöffnet. Schrittweise erfolgte der (noch nicht vollständig abgeschlossene) Wiederaufbau der Verbindungen mit dem Umland.
27 % der Personenfahrten wurden 1998 in Berlin mit öffentlichen Verkehrsmitteln realisiert (motorisierter Individualverkehr 37 %, nicht motorisierter Verkehr 34 %).
75 % der Einwohner wohnen im Einzugsbereich des schienengebundenen ÖPNV; 1999 wurden ca. 1 Mio. Fahrgäste im ÖPNV befördert. Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg gilt ein einheitlicher Tarif, die Fahrpläne der Verkehrsunternehmen werden abgestimmt. Verkehrspolitisches Ziel ist die Verlagerung von Verkehr vor allem in der Innenstadt auf den ÖPNV durch Reisezeitverkürzung, Steuerung des Kfz-Verkehrs, Einflussnahme auf die Verkehrsmittelwahl und den ÖPNV begünstigende stadtstrukturelle Entwicklung.
(10) S-Bahn am
Hackeschen Markt
Die
S-Bahn verfügt über ein Streckennetz von 257 km mit 132 Bahnhöfen in Berlin und befördert jährlich 318 Mio. Fahrgäste (2004). Weitere Ausbauschwerpunkte sind die Grunderneuerung der Strecken und der Stromversorgung sowie in Abschnitten der Neubau einer S-Bahnstrecke vom Nordring über den Hauptbahnhof in Richtung Süden.
Das Streckennetz der U- Bahn beträgt 144 km mit 170 Bahnhöfen. Mit dem Bau der Verlängerung einer U-Bahnstrecke zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof wurde begonnen. Wegen des hohen Investitionsaufwandes sind weitere Netzergänzungen nur sehr langfristig möglich.
Das Straßenbahnnetz von 186 km mit 371 Haltestellen wird schrittweise in Richtung Westen verlängert und dabei besser mit dem U-Bahnnetz verknüpft. Ein dichtes Busnetz erschließt die Fläche, dient als Zubringer zu Regional- S- U- und Straßenbahn und ergänzt den schienengebundenen Verkehr zwischen Berlin und dem Umland. Vorrangiges Ziel ist die Beschleunigung des Straßenbahn- und Busverkehrs. Mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus werden jährlich 906 Mio. Fahrgäste (2004) befördert.
Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes hat die Regionalbahn an Bedeutung zugenommen. Über 17 Berliner Bahnhöfe, vor allem in Stadt- und Stadtteilzentren wird die direkte Verbindung mit dem Umland und Brandenburgischen Zentren hergestellt. Nach geplanter Wiederherstellung und Ausbau der Dresdener Bahn in Berlin werden in allen Richtungen direkte Verbindungen in die City bestehen und der Flughafen Schönefeld, dessen Ausbau geplant ist, mit einem schnellen Flughafenexpress erreichbar sein.
Im "Stadtentwicklungsplan Verkehr" werden konkrete Maßnahmen dargestellt, um den Verkehr in Berlin stadt- und umweltverträglicher abzuwickeln. Dabei soll der Anteil des öffentlichen Personennahverkehrs (und der des nichtmotorisierten Verkehrs) spürbar erhöht werden.
Links
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(9) Bahnhof Friedrichstraße
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