Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Ostseestraße/Grellstraße

Jugendeinrichtung und Medienkompetenzzentrum
Hosemannstraße 14


Straßenfassade nach Sanierung, November 2017; Foto: Erik-Jan Ouwerkerk
Straßenfassade mit Erscheinungsbalkon über dem Eingang zur Jugendeinrichtung nach der Sanierung, Nov. 2017  Fotos: Erik-Jan Ouwerkerk
Lageplan: Hosemannstraße 14
Lageplan

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Die Hosemannstraße 14 diente durch die wechselvolle deutsche Geschichte der letzten 80 Jahre drei deutschen Staaten als Jugendeinrichtung und ist somit ein lebendiges Beispiel für das Spannungsfeld zwischen Jugend, Staat und Gesellschaft im Wandel der Zeiten. Das in den 1930er Jahren errichtete Gebäude war stark sanierungs­bedürftig als es 2015 in die Förderung des Städtebaulichen Denkmalschutzes aufgenommen wurde. Nach der umfassenden Sanierung steht es wieder für die medienpädagogische Arbeit des Trägers bereit.

Geschichtliche Bedeutung

In den 1930er Jahren erfolgte die Bebauung des Gebietes Ostsee- /Grellstraße, vorwiegend entstand hier Mietgeschoss­wohnungsbau. Große Teile, so die Carl-Legien-Siedlung des Architekten Bruno Taut, stehen unter Denkmalschutz (UNESCO Weltkulturerbe). 1939 entstand in der Hosemann­straße 14 am Rande der Carl-Legien-Siedlung das viergeschossige Gebäude als Heim der Hitlerjugend. Nach Kriegsende zog der Landesvorstand der DDR-Jugendorganisation FDJ in das Haus ein, später wurde es von dieser als Kultur­einrichtung genutzt. 1962 wechselte der Amateurfunk­zirkel in die Hosemannstraße 14 und legte so den Grundstein für die spätere Nutzung als Radioklub der DDR.

1990 endete der Betrieb der Einrichtung. Nach Herrichtung durch das Bezirksamt übernahm 1993 die WeTeK Berlin gGmbH den Betrieb. Seitdem ist im Gebäude das Medienkompetenz­zentrum Pankow (mezen) untergebracht, das medienpädagogische Angebote für regionale Bildungseinrichtungen, Kinder und Jugendliche im Bezirk vorhält.

Die kleinen Roboter warten in den frisch bezogenen Räumen auf die Nutzer*innen, Dezember 2017; Foto: BSM mbH
Die kleinen Roboter warten in den frisch bezogenen Räumen auf die Nutzer*innen  Foto: BSM mbH

Sanierung

Trotz wiederholter Instandsetzungen befand sich das Gebäude in einem stark sanierungs­bedürftigen Zustand: Erhebliche funktionale und technische Mängel schränkten die Nutzung ein. Unzureichender Brandschutz, fehlende barriere­freie Zugänge, keine Dämmung und unzureichende Raumschnitte für heutige Anforderungen erforderten eine umfassende Sanierung. Die denkmal- und funktions­gerechte energetische Erneuerung des Jugend- und Mediengebäudes wurde mit Fördermitteln aus dem Städtebaulichen Denkmalschutz in Höhe von insgesamt 2,97 Mio. Euro finanziert.
Ziel der Arbeiten war der größtmögliche Erhalt der bauzeitlichen Grundriss­struktur und Kubatur einschließlich des Daches, der Erhalt der bauzeitlichen Türen, Treppen, Fenster, Decken, Bodenbeläge und Sockelleisten. Es erfolgte eine restauratorische Voruntersuchung.

Die Bauarbeiten begannen im September 2016. Die Außenwände und das Dach wurden denkmal­gerecht saniert und gedämmt, dabei blieb die schlichte Fassaden­gestaltung erhalten. Die Grundrisse wurden angepasst und barrierefreie Zugänge geschaffen. Es erfolgte zudem der Einbau moderner Medientechnik und einer Vollküche.

Nun kann die Jugend­einrichtung des Trägers WeTeK mit moderner Medien­ausstattung ihre Funktion als zentrale Einrichtung und Ansprechpartner für regionale Bildungs­einrichtungen, Multiplikatoren, Kinder und Jugendliche im Bezirk Pankow wieder voll aufnehmen: Hier werden Konzepte, Ideen und Modelle für attraktiv und erfolgreich gestaltete medienpädagogische Arbeit mit jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern entwickelt und erprobt. Vor Ort gibt es regelmäßige Angebote für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Familien und Senioren und Workshops und Projekte zu aktuellen Themen. Z.B. Familien­medien­tage oder wöchentliche Medien­werkstätten: Making, Gaming/IT, Grafik/Foto, Audio/Video. Adressaten sind Schulen und Kitas aber auch Initiativen und Vereine aus dem Stadtbezirk.

Rückansicht des Gebäudes nach der Sanierung, November 2017; Foto: Erik-Jan Ouwerkerk
Rückansicht des Gebäudes nach der Sanierung

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1939
  • Eigentümer: Bezirk Pankow von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen:
    Umfassende Sanierung der Jugendfreizeiteinrichtung und des Medienzentrums
  • Architekten:
    Dickmann Richter Architekten
    Harzer Straße 39
    12059 Berlin
  • Gesamtkosten:
    ca. 3,02 Mio. €
  • Fördermittel:
    ca. 2,97 Mio. €
  • Fertigstellung:
    2017

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