Stadterneuerung - Friedrichshain-Kreuzberg
Sanierungsgebiet Friedrichshain-Kreuzberg - Südliche Friedrichstadt
Blick auf die Wohnbebauung Mehringplatz (1)
Bezirk Friedrichshain- Kreuzberg von Berlin
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Südliche Friedrich-
stadt mehr
Status: Förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet
seit dem 31.03.2011
Das Gebiet
Die Südliche Friedrichstadt liegt zentral im westlichen Teil des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg als Eingangstor zum Bezirk Mitte. Das Gebiet wird im Norden durch die Hedemannstraße, Besselstraße und Ritterstraße und im Osten durch die Alte Jakobstraße und die Zossener Straße begrenzt. Im Süden bildet die Baruther Straße und im Westen der Mehringdamm und die Wilhelmstraße die Grenze.
Das Gebiet gliedert sich von Nord nach Süd entlang der Friedrichstraße, Blücherstraße und des Mehringdammes in drei wesentliche Teilbereiche:
- Gebiet um den ehemaligen Blumengroßmarkt und das Jüdische Museum Berlin,
- Mehringplatz mit Halleschem Tor,
- Blücherplatz mit Amerika-Gedenk-Bibliothek.
Eine stärkere Zäsur bildet der in Ost-West-Richtung verlaufende Landwehr-Kanal und die parallel verlaufenden hoch frequentierten Kanaluferstraßen. Das Gebiet ist durch den ÖPNV gut erschlossen.
Das Gebiet mit heterogenen Wohnquartieren aus den unterschiedlichen Bauepochen der Gründerzeit, der Nachkriegsmoderne und der Zeit der IBA 1984/87 weist auch eine Vielzahl bedeutender Wirtschafts- und Kulturstandorte auf.
Räumlich ist hier eine Dreiteilung eingetreten: Im Norden befindet sich ein Großteil der Wohnnutzung in den IBA-Bauten (Sozialer Wohnungsbau), während diese im Süden rund um den Mehringplatz im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus nach Entwürfen von H. Scharoun und W. Düttmann zwischen 1968 und 1975 entstand.
Die Bevölkerung ist jung und international. Die problematische soziale Entwicklung trifft in besonderem Maße die Kinder- und Jugendlichen, von denen nahezu Dreiviertel in einkommensschwachen Haushalten aufwachsen.
Daten (Stand: 30.06.2010)
| Fläche |
63 ha |
| Grundstücke |
157 |
| Einwohner |
6.215 |
| Kosten geschätzt |
26,7 Mio. € |
| Dauer des Sanierungsgebietes |
10 Jahre |
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Handlungsbedarf
Das Gebiet weist erhebliche Schwächen und städtebauliche Missstände auf und wird seiner innerstädtischen Lage bzw. Funktion nicht gerecht. Wichtige Bereiche, Plätze und öffentliche Standorte sind städtebaulich nicht eingebunden und vernetzt.
Es bestehen starke funktionale und gestalterische Mängel bei den Einrichtungen der sozialen Infrastruktur und im öffentlichen Raum z.B. bei der Aufenthaltsqualität der Straßen, Fuß- und Radwege.
Leitbild und Entwicklungsziele
Aus den Vorbereitenden Untersuchungen sind folgende drei Handlungsfelder und Leitziele abgegrenzt worden:
- Handlungsfeld A - Städtebauliche und funktionale Aufwertung
Leitziel: "Die städtebaulich-funktionale Aufwertung soll unter besonderer Berücksichtigung der historischen Bedeutung des Ortes erfolgen."
- Handlungsfeld B - Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Qualifizierung des Wohn, Wirtschafts- und Kulturorts
Leitziel: "Die Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung des Gebietes sollen seiner vielfältigen Bedeutung als Wohn, Wirtschafts- und Kulturort Rechnung tragen und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenlebens beitragen."
- Handlungsfeld C - Verbesserung der Vernetzungen und Verbindungen
Leitziel: "Der öffentliche Raum ist unter Einbeziehung historischer Verbindungselemente als Gerüst für die Entwicklung des Gebietes zu stärken."
Die Schwerpunkte der städtebaulichen Entwicklung liegen bei der Verbesserung der Bildungs- und Freizeiteinrichtungen und des Wohnumfeldes.
- Ausbau und Qualifizierung der Infrastruktur für die hier lebenden Bevölkerung,
- Neugestaltung der öffentlichen Grünflächen, um das Zusammenkommen zu ermöglichen,
- bessere Wegeverbindungen,
- Ausbau der Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer, mehr Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger,
- Aufwertung des öffentlichen Raumes (baulich, gestalterisch, funktional) mit Schwerpunkt am Mehringplatz, am ehemaligen Blumengroßmarkt am Jüdischen Museum, dem Blücherplatz und der Friedrichstraße.
Leitprogramm zur Gebietsentwicklung
Zur Initiierung und Umsetzung der Entwicklungsziele wird in diesem Sanierungsgebiet das Leitprogramm Städtebauförderung: "Städtebaulicher Denkmalschutz" eingesetzt.
Zusätzlich kommt das Förderprogramm "Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen" im Gebiet zum Einsatz.
Alle weiteren aktuellen Informationen über konkrete Maßnahmen / Projekte / Veranstaltungen / Einbeziehung der Öffentlichkeit usw. werden auf den Seiten des Leitprogramms Städtebauförderung: "Städtebaulicher Denkmalschutz" dargestellt.
Verfahren
- Beschluss Vorbereitender Untersuchungen am 03.03.2009 (Senatsbeschluss 1914/2009)
- Beschluss Sanierungsgebiet 15.03.2011 (12. Rechtsverordnung, Senatsbeschluss 3498/2011-
veröffentlicht am 31.03.2011 im GVBl. Nr. 9, S. 90 im vereinfachten Verfahren
Durchführungsfrist 10 Jahre, Leitprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz"
- erste Sitzung des Sanierungsbeirates am 15.08.2012
- Allgemeine sanierungsrechtliche Genehmigung für Vorgänge nach § 144 Abs. 2 Nrn. 1,2,3,4,5 BauGB, Bekanntmachung vom 11. Juli 2012, veröffentlicht am 27.07.2012, ABl. Nr. 32, S. 1388 ff.
Gebäude der Amerika-Gedenk-Bibliothek (1)
Im Bau befindliche Akademie des Jüdischen Museums in der ehem. Blumengroßmarkthalle. (1)
Das Hallesche Tor als Eingangsraum ins Gebiet. (2)
Freiflächen der Wohnungsbauten am Mehringplatz mit Erneuerungsbedarf. (2)
Die Wohnungsbauten am Mehringplatz bedürfen der energetischen Sanierung. (2)
Neuer Stadtplatz an der ehemaligen Blumengroß- markthalle. (1)
Fotos:
(1) BSM mbH
(2) Udo Dittfurth, Planergemeinschaft
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