Städtebau  

 

Staatsoper Unter den Linden

Generalsanierung


Staatsoper unter den Linden vor der Sanierung


Kurzer Überblick zur Generalsanierung

Nach öffentlichen Diskussionen über die Neugestaltung des Zuschauersaals erhielt 2009 Prof. HG Merz den Auftrag, das Baudenkmal feinfühlig zu sanieren.
Unter strengen denkmalpflegerischen Aspekten werden bautechnische Mängel beseitigt und das stark veraltete Gebäudeensemble auf ein zeitgemäßes sicherheitstechnisches Niveau gebracht. An der Generalsanierung beteiligt sich die Bundesrepublik Deutschland mit 200 Millionen Euro.

Zeitgemäßer Spielbetrieb
Zukünftig soll in der Oper ein zeitgemäßer Spielbetrieb möglich sein, der die Staatsoper im Ranking mit anderen internationalen Spielstätten mithalten lässt.

Die Infrastruktur der Staatsoper war veraltet und funktionierte nicht mehr. Um optimale Probenbedingungen für die Künstler zu schaffen, entsteht in den ehemaligen Magazinräumen ein Probenzentrum mit der Raumgröße und den akustischen Eigenschaften des Zuschauersaals. Die neue unterirdische Verbindung zwischen Probenzentrum und Hauptbühne ermöglicht in Zukunft den schnellen Verkehr von Personal und Requisiten. Ganze Bühnenbilder können innerhalb kürzester Zeit zwischen den Probebühnen, der Anlieferung und der Hauptbühne bewegt werden. Insbesondere der Repertoirebetrieb der Staatsoper, also die Aufführung verschiedener Neuinszenierungen bei gleichzeitiger Wiederaufnahme älterer Produktionen innerhalb einer Spielzeit erfordert eine ausgeklügelte und effiziente Betriebslogistik. Diese sorgt für das simultane und reibungslose Zusammenspiel von Herstellung, Lagerung, Probe und Aufführung - ohne die Kreativität der künstlerisch Schaffenden einzuschränken.

Akustik
Die Verbesserung der Akustik ist eines der Hauptziele der Sanierung.

Für die Generalsanierung erhielten die Architekten und Akustiker den Auftrag, den Saal seiner "Herz-Lungen-Maschine" - so der Generalmusikdirektor Daniel Barenboim - zu entledigen und die Nachhallzeit von 1,1 auf 1,6 Sekunden zu steigern. Eine Anhebung der Saaldecke um ca. 5 Meter erhöht das Saalvolumen um fast die Hälfte des Gesamtvolumens und erreicht so die gewünschte Raumresonanz.
Durch die Anhebung entsteht ein neuer Raum oberhalb der Ränge. Er ist für die Akustik bedeutend und wird als "Nachhallgalerie" bezeichnet. Um diese Lücke zu schließen, wurde ein optisch geschlossenes aber akustisch transparentes Netzwerk entwickelt, "das sich durch die Aufnahme vorhandener Motive und Übertragung in eine zeitgemäße Formensprache und Materialität weder anbiedert noch kontrastierend auftrumpft, sondern sich im Sinne des Weiterbauens im Denkmal in den Bestand einfügt", so das Landesdenkmalamt.

Die Staatsoper im Schiller Theater
Während der Sanierungszeit gastiert die Staatsoper im Schillertheater.

Mit der Premiere von Jens Joneleits und Christoph Schlingensiefs "Metanoia" hat das Künstlerensemble für die Dauer der Modernisierung das renovierte Schiller Theater in Berlin-Charlottenburg bezogen.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher
Baudienststelle für die Generalsanierung ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Die zuständige Senatsbaudirektorin Regula Lüscher äußerte sich positiv zu der Sanierung.

"Die Generalsanierung eines historisch bedeutenden Gebäudes erfordert einen Dialog besonderer Art. Es ist der Dialog mit der Geschichte. Bei der Konzeption der Staatsoper war er lang und intensiv.
Alle gestalterischen Möglichkeiten, einem Gebäude etwas Neues hinzuzufügen und es zu verändern, haben wir ausgelotet. Der Entwurf, der jetzt umgesetzt wird, ist deshalb so überzeugend, weil er am Ende eines Prozesses die optimale Lösung darstellt. Er berücksichtigt das historische Erscheinungsbild, macht aber auch einfühlsam deutlich, wo etwas Neues entstanden ist. Besucherinnen und Besucher der Oper werden sich über das neue Erscheinungsbild freuen."