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Umweltatlas Berlin

06.12 Gebäudealter der Wohnbebauung (Ausgabe 2018)

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Bezirksbezogene Verteilung der Baualtersklassen

Die sich verändernde verwaltungsmäßige Gliederung Berlins auf der Ebene der Stadtbezirke hängt eng mit der Gründung Groß-Berlins 1920 und den in den kommenden Jahrzehnten einwirkenden politischen Entwicklungen und Veränderungen zusammen. Bis zur Bezirksgebietsreform 2001 gliederten sich die 23 Bezirke in solche, die die Kernstadt repräsentierten (Mitte, Tiergarten, Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg) und diejenigen, die sich zum Teil bis an die Stadtgrenze ausdehnten. Abbildung 5 verdeutlicht diesen Raumbezug, der in großen Teilen auch mit der baulichen Entwicklung der Stadt korrespondiert. Mit der Gebietsreform 2001 und der Bildung der zwölf Groß-Bezirke mit zum Teil knapp 400.000 Einwohnern verlor dieser Bezug zur Stadtentwicklung bis auf den Bezirk Mitte an Deutlichkeit, da nun fast alle weiteren Bezirke sowohl innerstädtische als auch Stadtrandgebiete umfassen.

Abbildung 5
Abb. 5: Berliner Stadtgebiet 1861 bis heute, Bezirksgliederung vor und nach der Gebietsreform 2001 (AfS 2012)

Für die Auswertung der Verteilung der Baualtersklassen auf die Bezirke wurde daher auf die Gebietsgliederung vor der Zusammenlegung zurückgegriffen (vgl. Abb.6). Es lässt sich ein deutlicher Zusammenhang der Lage des Bezirks innerhalb des Stadtgebietes mit der bezirksbezogenen Verteilung der Baualtersklassen feststellen:

  • Die Kernstadt-Bezirke weisen einen hohen Anteil an Altbausubstanz im Wohnungsbau (Baufertigstellung bis 1920) auf (z.B. Mitte 48,2 %, Tiergarten 54,1 %, Kreuzberg 65,7 %),
  • die Bauphase des Wiederaufbaus (1951-1960) nimmt aufgrund der großen Kriegszerstörungen in den Innenstadtbezirken einen relevanten Anteil von durchschnittlich 10 % ein,
  • in der Tendenz verschiebt sich in den nachfolgenden Jahrzehnten das Neubaugeschehen im Wohnungsbau angesichts der zunehmenden Flächenknappheit im Innenstadtbereich immer weiter an den Stadtrand. Vorwiegend auf vorher landwirtschaftlich genutzten Rieselfeldflächen wurden im Ostteil der Stadt die Großsiedlungen Marzahn (ab 1977 (BA Marzahn-Hellersdorf o.J.)) und Hellersdorf ab 1981 (vgl. hier) errichtet. Der Umfang dieser und späterer Baumaßnahmen am Gesamtgebäudebestand der beiden Bezirke wird anhand der Anteile der Baualtersklassen (1981 ff) deutlich: in Hellersdorf wurden 67,4 % und in Marzahn 63,8 % des Bestandes nach 1981 errichtet (vgl. auch Abb. 4). Der Einfluss der westlichen Großsiedlungen innerhalb ihres bezirklichen Gebäudebestandes war zu ihrem Entstehungszeitraum ähnlich bedeutend: in Reinickendorf macht die Bauperiode der Großsiedlung 'Märkisches Viertel' (1961-1980) etwa 25,5 %, in Neukölln diejenige der Gropiusstadt im selben Zeitraum vergleichbare 28,3 % aus. Jedoch liegt hier das Baugeschehen im Wohnungsbau in den Jahren nach der Wiedervereinigung wesentlich niedriger als in den Bezirken im ehemaligen Ostteil der Stadt.

Abbildung 6
Abb. 6: Verteilung der Baualtersklassen pro Alt-Bezirk in %
(Zur Verteilungsdarstellung wurde hier die Gliederung Berlins vor der Gebietsreform genutzt, da die damalige Bezirksstruktur räumlich deutlicher nach Kernstadt und äußerer Stadt unterscheidet und sich daher für eine städtebauliche Betrachtung besser eignet. Zum 01.01.2001 wurden die seit 1990 bestehenden 23 Stadtbezirke zu 12 Bezirken zusammengelegt.)

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

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