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Umweltatlas Berlin

02.12 Grundwasserhöhen des Hauptgrundwasserleiters und des Panketalgrundwasserleiters (Ausgabe 2003)

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Kartenbeschreibung

Die vorliegende Karte beschreibt die Grundwassersituation des Hauptgrundwasserleiters mittels violetten Grundwassergleichen und die des Panketalgrundwasserleiters im Nordosten Berlins mit blauen Grundwassergleichen. Diese stellen die Grundwasserdruckfläche des ungespannten bzw. gespannten Grundwassers (s.a. Abb. 3) dar.
Kartengrundlage ist die Übersichtskarte von Berlin 1 : 50.000 im Rasterformat mit unterlegter geologischer Skizze für die Berliner Landesfläche. Zusätzlich sind die dazugehörigen Stützstellen (Grundwassermessstellen, Oberflächenwasserpegel) sowie die einzelnen Wasserwerke mit ihren Förderbrunnen und Wasserschutzgebieten eingezeichnet.

Hydrogeologische Situation

Auf den Hochflächen ist der Hauptgrundwasserleiter großflächig durch Geschiebemergel und -lehme (Grundwassergeringleiter) der Grundmoränen überdeckt. Liegt die Grundwasserdruckfläche des Hauptgrundwasserleiters innerhalb dieses Grundwassergeringleiters, herrschen gespannte Grundwasserverhältnisse. Oberhalb des Geschiebemergels kann es in sandigen Bereichen zeitweise zur Ausbildung von schwebendem Grundwasser ("Schichtenwasser") kommen (s.a. Abb. 3). Nach extremen Niederschlägen kann es ggf. bis an die Geländeoberfläche ansteigen.

Im Panketal, auf der nördlich gelegenen Barnim-Hochfläche, hat sich ein eigenständiger zusammenhängender größerer Grundwasserleiter ausgebildet. Er befindet sich über dem durch die Geschiebemergel der Grundmoräne bedeckten Hauptgrundwasserleiter (s.a. Abb. 7). Auf der vorliegenden Karte ist dieser Grundwasserleiter durch eigene Grundwassergleichen (blau) gekennzeichnet. Die Fließrichtung dieses Grundwassers ist ebenfalls von Nordosten nach Südwesten gerichtet. Durch Auskeilen des Geschiebemergels zum Warschau-Berliner Urstromtal hin verzahnt sich der Panketalgrundwasserleiter dort mit dem Hauptgrundwasserleiter.

Hydraulische Situation

Das Grundwassergefälle ist in Berlin in der Regel von der Barnim- und Teltow-Hochfläche sowie von der Nauener Platte zu den Vorflutern Spree und Havel gerichtet.
Um die Förderbrunnen der im Messzeitraum in Betrieb befindlichen Wasserwerke haben sich Absenktrichter gebildet, die die Grundwasseroberfläche unter das Niveau der benachbarten Oberflächengewässer abgesenkt haben: Deshalb wird dort neben landseitig zuströmendem Grundwasser auch Grundwasser gefördert, das durch Infiltration aus diesen oberirdischen Gewässern (Uferfiltrat) gebildet wurde (s.a. Abb. 4).

Die Grundwasseroberfläche, die in Berlin seit über hundert Jahren durch die Trinkwasserförderung abgesenkt wurde, befand sich im Mai 2003 wie auch in den letzten acht Jahren im Vergleich zum Jahr 1989 auf einem relativ hohen Niveau. Grund dafür ist die verringerte Rohwasserförderung der Berliner Wasserbetriebe. Fünf kleinere Berliner Wasserwerke stellten ihre Produktion in den Jahren von 1991 bis 1997 völlig ein: Altglienicke, Friedrichsfelde, Köpenick, Riemeisterfenn und Buch. Seit September 2001 wurde zusätzlich die Trinkwasserproduktion der beiden Wasserwerke Johannisthal und Jungfernheide vorübergehend eingestellt, bei letzterem auch die künstliche Grundwasseranreicherung. Im Rahmen des Grundwassermanagements der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird an beiden Standorten jedoch weiterhin Grundwasser gefördert, um laufende lokale Altlastensanierungen nicht zu gefährden.

Die Gesamtförderung der Wasserwerke zu Trinkwasserzwecken sank innerhalb von 14 Jahren in Berlin um über 40 %: 1989 wurden 378 Millionen m³, im Jahr 2002 dagegen nur noch 219 Millionen m³ gefördert (Abb. 9).

Abbildung 9
Abb. 9: Rückgang der Rohwasserförderung der Berliner Wasserbetriebe in den letzten 14 Jahren

Der Rückgang der Grundwasserförderung der Wasserwerke in den östlichen Bezirken fiel mit über 60 % in diesem Zeitraum noch deutlich höher aus. Daraus resultierte in den Jahren 1989 bis 2002 ein stadtweiter Grundwasseranstieg, der sich am stärksten im Urstromtal in der Nähe der Förderbrunnen der Wasserwerke mit ihren tiefen Absenktrichtern auswirkte (Abb. 10).

Abbildung 10
Abb. 10: Grundwasseranstieg im Urstromtal von 1989 bis 2002
(Zur Grundwasserstandsentwicklung der Messstelle 5140 in Mitte s.a. Abb. 8)

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