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Transparente Verwaltung

Was macht eigentlich… "Europa und Internationales" in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt?


Barbara Berninger, Leiterin der Referates Europa und Internationales begrüßt die Gäste im Lichthof Am Köllnischen Park.
Barbara Berninger, Leiterin der Referates "Europa und Internationales" begrüßt die Gäste im Lichthof Am Köllnischen Park.

Die Welt kam nach Berlin

Diesen Eindruck hatten Bürgerinnen und Bürger als sie am 10. Dezember 2015 sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Transparente Verwaltung" über die Aufgaben des Referates "Europa und Internationales" der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt informierten. Eine bunt gemischte Gruppe hörte gespannt den Berichten aus aller Welt zu. Sie erfuhren von dem gut eingespielten Team, was internationale Beziehungen mit der Berliner Stadtentwicklung zu tun haben.

In gleich sechs Sprachen begrüßte Barbara Berninger die Gäste im Lichthof Am Köllnischen Park. 53.910 Flugkilometer hat sie beruflich in diesem Jahr zurückgelegt. Sie war in Brüssel, Paris, Barcelona, Prag, Lissabon, aber auch Buenos Aires und Nairobi. Im Raum hing eine Weltkarte, auf der viele Städte mit bunten Nadeln markiert waren. Berlin hat viele internationale Verbindungen: zu Partnerstädten aber auch zu Netzwerken. Barbara Berninger leitet das Referat für "Europa und Internationales" in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und pflegt diese Kontakte.

Ein Team mit Arbeitswut und Neugier auf andere Kulturen

"Wir sind klein an der Zahl, aber unsere Reichweite ist groß", meinte sie schmunzelnd und verwies darauf, dass ihr Team nur aus sechs Personen besteht. "In meinem Referat wurden 43 Reden geschrieben, 70 Voten verfasst, 52 Konferenzen organisiert, mehrere Dutzend internationale Delegationen betreut, sieben Auslandsreisen für Berliner Politiker und Fachleute organisiert, 130 Bürgeranfragen beantwortet und die Smart City Strategie Berlin entworfen." Stolz vermittelt sie den Gästen, wie interessant ihre Arbeit ist: "Ich darf Bücher produzieren, Ausstellungen konzipieren, Strategien wagen, Filme machen, Wettbewerbe gestalten und jeden Tag Neues lernen."

EUROCITIES Netzwerk

Das gilt auch für Gerd Grenner. Er ist im Team für das EUROCITIES Netzwerk zuständig. Dort werden Themen der Stadtentwicklungs- und Umweltpolitik diskutiert. Das informelle Netzwerk umfasst derzeit 130 große europäische Städte. Auf Initiative von Berlin wurde die Arbeitsgruppe "Barrier-free City for All" gebildet, um die Entwicklung der barrierefreien Städte in Europa voranzubringen. Dazu zeigte Gerd Grenner einen Film der jungen Filmemacherin Ariadna Pujol, in dem Erfolge und Herausforderungen Berlins im Umgang mit Barrieren in der Stadt ohne Worte geschildert werden. Mit ruhiger Stimme erzählte er von den Berliner Erfolgen. Zwei internationale Preise zur barrierefreien Stadt gingen bisher nach Berlin unter anderem für das Tastmodell der Berliner Innenstadt.

Städtepartnerschaften gewährleisten kontinuierliche Kontakte

"Wir haben ein gutes städtepartnerschaftliches Verhältnis zu Moskau, unabhängig von den schwierigen politischen Verhältnissen auf nationaler Ebene", meinte Simone Bröschke. Sie ist im Team für Städtepartnerschaften und Kooperationen verantwortlich. Sie führte die Gäste zu einer Stellwand, auf der ihre wichtigsten Projekte präsentiert waren. Neben den offiziellen Partnerschaften gibt es auch inoffizielle Kontakte: "Sogenannte privilegierte Verhältnisse, wie zum Beispiel zu Amsterdam", fügte sie hinzu. Durch ihr Lieblingsprojekt "Move your mind" konnten von 2012 bis 2014 Verwaltungsmitarbeiter für eine längere Zeit, gefördert durch Mittel der EU in Amsterdam, Paris, Warschau, Wien oder Helsinki arbeiten. "Es ist sinnvoll, dass Menschen über ihren Tellerrand hinaus sehen", fügte Barbara Berninger hinzu. Das gelte sowohl für Mitarbeiter der Verwaltung, als auch für Politiker. Warum Helsinki keine Partnerstadt sei, fragte ein Gast. "Partnerschaftliche Städte haben ähnliche Entwicklungen und Probleme und Partnerschaften werden erst geschlossen, wenn bereits lange erfolgreich kooperiert worden ist. Derzeit entstehen keine neuen Städtepartnerschaften neben den 17 bestehenden", meinten die beiden Expertinnen

Internationale Delegationen betreuen

Die Jüngste und erst seit 14 Monaten im Team ist Sophie Leitenroth. Sie betreut internationale Delegationen, 46 waren es in diesem Jahr. Die zierliche Frau berichtet begeistert von ihren Gästen. Oft könne sie selber neue Dinge in der Stadt entdecken, meinte sie. "Wer hat denn schon einmal etwas vom Tomatenfisch gehört?", fragte sie die Gäste. Hierbei handelt es sich um ein Projekt der urbanen Landwirtschaft, das Sophie Leitenroth gerne Delegationen vorstellt, wie auch das Tempelhofer Feld, das Quartiersmanagement, die Verkehrslenkung aber auch, zum Staunen der Gäste, die Berliner Müllentsorgung. "Auf Berlin wird geschaut. Wir können stolz auf diese Stadt sein", meinte sie lächelnd.

Europäische Angelegenheiten

Katharina Kaul führte die Gäste vor eine weitere Informationstafel. "Europa mitdenken", ist ihr Motto – denn fast jede Fachabteilung ist von europäischem Recht oder europäischen Rahmenstrategien betroffen. Im Team ist sie für europäische Angelegenheiten verantwortlich. Sie selbst hat eineinhalb Jahre in Brüssel im Büro des Landes Berlin bei der EU gearbeitet und war eine der dortigen 11 Mitarbeiter. Der gute Kontakt sei nützlich für sie, um schnell reagieren zu können, wenn es beispielsweise um europäische Förderprogramme gehe, meinte sie. Fördermittel sind wichtig für viele Projekte der Hauptstadtregion. Als Beispiel nannte sie die Strukturfonds der EU und den Ausbau der transeuropäischen Verkehrsnetze. "Neun Kernnetzkorridore sind in Europa für den Verkehr vorgesehen und Berlin befindet sich an der Schnittstelle zu gleich drei Korridoren. Rund 26 Milliarden € an Fördermitteln hat die Europäische Union für die Umsetzung der grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen in Europa vorgesehen."

Policy Transfer Plattform, eine Datenbank für internationale Projekte

Zum Schluss stellte Jonas Schorr, der als externer Experte das Team unterstützt, die Policy Transfer Plattform vor, die im Rahmen des Netzwerkes METROPOLIS erarbeitet wurde. Die kontinuierlich wachsende Datenbank ist neu und interaktiv. Hier können Städte ihre innovativen Projekte zur Stadtentwicklung einstellen, damit andere davon lernen können. "Mein Berliner Lieblingsprojekt auf der Plattform sind die Stadtteilmütter", sagte Barbara Berninger mit Stolz auf die Plattform, die auf ihre Initiative zurückgeht.

Dann landeten die Gäste wieder im Berliner Alltag. "Reisen bildet", das war bekannt, aber an diesem Nachmittag wurde es Wirklichkeit.
Auf einer Weltkarte sind Städtepartnerschaften, Netzwerke und Kooperationen Berlins mit internationalen Städten markiert.
Auf einer Weltkarte sind Städtepartnerschaften, Netzwerke und Kooperationen Berlins mit internationalen Städten markiert.

Interessiert hören die Gäste den Berichten aus aller Welt zu.
Interessiert hören die Gäste den Berichten aus aller Welt zu.

Gerd Grenner informiert über das EUROCITIES Netzwerk.
Gerd Grenner informiert über das EUROCITIES Netzwerk.

An thematisch unterschiedlichen Stationen erhalten die Gäste Informationen.
An thematisch unterschiedlichen Stationen erhalten die Gäste Informationen.

Simone Bröschke berichtet über Städtepartnerschaften und internationale Kooperationen.
Simone Bröschke berichtet über Städte­partner­schaften und internationale Kooperationen.

Sophie Leitenroth erläutert ihre Erfahrungen mit internationalen Delegationen in Berlin.
Sophie Leitenroth erläutert ihre Erfahrungen mit internationalen Delegationen in Berlin.

Am Ende der Veranstaltung können die Gäste Fragen stellen.
Am Ende der Veranstaltung können die Gäste Fragen stellen.

Das Referat 'Europa und Internationales' präsentiert sich bei der Veranstaltung als gut eingespieltes Team.
Das Referat "Europa und Internationales" präsentiert sich bei der Veranstaltung als gut eingespieltes Team.