Soziale Stadt  

 

Soziale Stadt, Quartiersmanagementgebiet – Friedrichshain-Kreuzberg

Wassertorplatz


Wassertorplatz - Gebietskarte mit Erweiterung ab 2016
Gebietskarte mit Erweiterung ab 2016

Vorrangige Bebauungsart / Infrastruktur

Den überwiegenden Teil des Quartiers nimmt die Geschosswohnbebauung des sozialen Wohnungsbaus der 1960er, 1970er und 1980er Jahre ein. Das Wohngebiet verfügt nur über einen geringen Gewerbeanteil. Die ausgedehnte Grünanlage des Böcklerparks stellt die südliche Grenze des Gebiets dar, das gut an den ÖPNV angebunden ist.

Entwicklungsziele, Leitbild

Das Quartier bietet in zentraler Lage Wohnraum für alle mit viel Grün und Naherholungspotenzial sowie Verkehrsadern, die das Quartier schnell mit den Stadtzentren verbinden. Im Gebiet gibt es starke Institutionen der Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit. Die Vielfalt wird sichtbar an den vielen Herkunftskulturen, die in der Bewohnerschaft vertreten sind, am Zusammenleben von Alteingesessenen und Migranten, von Kindern und Senioren.

Bestehender Handlungsbedarf

Im Handlungsfeld Bildung, Ausbildung, Jugend wird durch Stärkung der institutionellen Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit, verbesserten Vernetzungsstrukturen und Kooperationsbeziehungen und gezielter Unterstützungsangebote in einzelnen Bildungsabschnitten versucht, Chancenungleichheiten im Bildungsbereich entgegenzuwirken.

Hervorgehobene Aufgaben im Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft sind die Verbesserung der Zugangschancen insbesondere von Jugendlichen zu Ausbildung und Beruf, die Belebung des Quartiers durch ein abwechslungsreicheres Waren- und Dienstleistungsangebot sowie die Einbindung gewerblicher Akteure in die Gebietsentwicklung.

Die Sicherung der institutionellen Strukturen gemeinwesenorientierter Einrichtungen durch die Unterstützung und Qualifizierung der Angebote steht im Fokus der Arbeit im Handlungsfeld Nachbarschaft.

Zentrales Anliegen im Handlungsfeld Öffentlicher Raum ist es, die Aufenthalts- / Nutzungsqualität zu verbessern. Dazu gehören die Neugestaltung und regelmäßige Pflege der Spiel-, Sport- und Freiflächen, die Verschönerung des Wohnumfeldes in Kooperation mit den Wohnungsbaugesellschaften, die Steigerung des Sicherheitsempfindens und die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie der Mobilität.

Die Verbesserung der Aktivierung und Einbindung nicht repräsentativ eingebundener Mietergruppen wird Aufgabe im Handlungsfeld Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner sein. Der Kreis von Kooperationspartnern aus der Immobilienwirtschaft sollte erweitert und die gewerblichen Akteure stärker vernetzt werden.

Schlüsselprojekte

Die Verbesserung und der Ausbau der Infrastruktur in den sozio-kulturellen Projekträumen "Bona Peiser" und der Freizeitstätte für Grundschulkinder "Kleine Ritterburg", die Gründung und Etablierung des Kiez-Netzwerkes (Gewerbe und Gemeinwesen) sowie die Förderung von Berufsperspektiven für Jugendliche mit dem Projekt "Teenkom vor Ort" sind ausgewählte Schlüsselprojekte im Quartier.

Beteiligung

Im QM-Gebiet Wassertorplatz sind zur Zeit 21 Anwohnerinnen und Anwohner im Quartiersrat und der Aktionsfondsjury vertreten. Sie entscheiden über den Einsatz von Projektmitteln und erarbeiten gemeinsam mit weiteren Verfahrensbeteiligten im Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) die Schwerpunkte der Quartiersentwicklung.


Erweiterungsgebiet Wassertorplatz


Gebietsabgrenzung

Der Planungsraum Moritzplatz grenzt im Osten an das Quartiersmanagementgebiet Wassertorplatz. Da die bestehenden Netzwerkstrukturen dieses Gebietes bereits einen Großteil der Akteure des Bereiches Moritzplatz einbeziehen und daher die Bildung eines eigenständigen Quartiersmanagementgebietes wenig Sinn macht, erfolgt eine Erweiterung des Quartiersmanagementgebietes Wassertorplatz.

Der als Erweiterungsgebiet vorgeschlagene Teilraum wird im Westen begrenzt durch die Alexandrinenstraße, im Süden verläuft die Grenze entlang des Grundstücks der Berufsschule und im Norden bildet die Stallschreiberstraße den Abschluss. Die östliche Grenze verläuft zwischen dem Moritzplatz und der Ritterstraße im Blockinneren und umschließt die dortigen Gewerbehöfe. Im Übrigen schließt sich nach Südosten das bestehende Quartiersmanagementgebiet an.

In dem vorgeschlagenen Erweiterungsgebiet leben 2.300 Einwohnerinnen und Einwohner (31.12.2014) auf ca. 12 ha.
Insgesamt leben im erweiterten Quartiersmanagementgebiet Wassertorplatz 10.494 Einwohnerinnen und Einwohner auf ca. 36 ha.

Ausgangslage

Es handelt sich um ein Gebiet, in dem der Altbaubestand aufgrund der Kriegseinwirkungen, aber auch der Flächensanierung nach dem Krieg, auf Restbestände geschrumpft ist. Einen Gewerbekomplex, der den zweiten Weltkrieg überstanden hat, bilden die Butzke-Werke, ein denkmalgeschütztes Bauwerk in der Ritterstraße 26, das zu einem 12.000 m² großen Kreativzentrum gehört, dem AQUA Carré Berlin. Weitere denkmalgeschützte Gewerbegebäude aus der Zeit des ehemaligen Exportviertels befinden sich ebenfalls in der Ritterstraße sowie in der Oranienstraße.

Das Gebiet befindet sich im Planungsraum Moritzplatz. Dieser Planungsraum weist hinsichtlich der Indikatoren für eine prekäre Soziallage im Vergleich der untersuchten Gebiete hohe Werte auf (Armutsindikatoren, Arbeitslosigkeit). Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund erreicht Spitzenwerte im Berliner Vergleich.

Im Erweiterungsgebiet gibt es derzeit die folgenden Akteure:
  • Bildung/Jugend und Nachbarschaft: Otto-Wels-Grundschule, Hans-Böckler-Schule (OSZ Konstruktionsbautechnik), Kitas, Sportamt, "Kleine Ritterburg" (Kinderfreizeitstätte und Nachbarschaftstreffpunkt), "Große Ritterburg" (Familienzentrum), ev. Kirchgemeinde in Kreuzberg-Mitte (St. Jacobi), Diakonie-Station Kreuzberg
  • Gewerbe: zahlreiche Betriebe, Kreativzentren und Gewerbehöfe,
  • Wohnen: eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft (WBM) und mehrere private (u.a. Deutsche Wohnen).

Ziele der Gebietsentwicklung für das Erweiterungsgebiet

Durch die Gebietserweiterung können die für die Quartiersentwicklung wichtigen Netzwerkakteure besser eingebunden werden. Zudem bietet der Einschluss von drei Blöcken mit hohem Gewerbeanteil die Möglichkeit, das Handlungsfeld lokale Ökonomie mit starken Partnern weiter voranzutreiben.

Akteurs- und Kooperationsstrukturen

Derzeit gibt es bereits folgende Vernetzungsstrukturen:
  • Bildungsakteure: Die Vernetzung der Otto-Wels-Grundschule und der Einrichtungen zur Förderung von Kindern im vorschulischen und Grundschulbereich vollzieht sich im Bildungsnetzwerk Südliche Friedrichstadt.
  • Anzustreben sind Kooperationen mit der Hans-Böckler-Schule und der Sportförderung, u.a. zur Nutzung der Raumressourcen und Sportanlagen.
  • Die Otto-Wels-Grundschule und die Einrichtungen von Nestwärme e.V. am Standort Ritterburg sind als Partner der Quartiersentwicklung bereits in den Gremien des Quartiersmanagements Wassertorplatz (Quartiersrat, AG Gemeinwesenarbeit) vertreten. Die Otto-Wels-Grundschule und das Familienzentrum Ritterburg sind Mitglied des Quartiersrates Wassertorplatz. Das Familienzentrum Ritterburg wirkt außerdem mit in der AG Gemeinwesenarbeit, die als Vernetzungsrunde der gemeinwesenorientierten Akteure im Gebiet auszubauen und zu stärken ist.

Vernetzungs- und Kooperationsbeziehungen sind insbesondere zur St.-Jacobi-Gemeinde zu etablieren, die kürzlich mit der St.-Simeon-Gemeinde (starker Partner des Quartiersmanagements Wassertorplatz) und einer dritten Gemeinde zur Evangelischen Kirchengemeinde Kreuzberg-Mitte fusioniert ist.
Die WBM und die privaten Wohnungsbaugesellschaften des Erweiterungsgebiets sind als Partner der Gebietsentwicklung zu gewinnen und einzubinden.

Zur Einbindung der im Erweiterungsgebiet in so großer Zahl vorhandenen gewerblichen Akteure gilt es geeignete Strukturen aufzubauen bzw. zu unterstützen, die zum einen der innergewerblichen Vernetzung und zum anderen der Vernetzung von gewerblichen Akteuren und sozialen Einrichtungen dienen.

Daten

Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

QM-Gebietsgröße

57,7 Hektar

Gebietsfestlegung

29.11.2005 / Erweiterung 22.12.2015
Starke Intervention (Kategorie I)
Gebiet der Sozialen Stadt gemäß §171e BauGB

Bewilligte Programmmittel seit Gebietsfestlegung

11,905 Mio. € (Stand 2017)

Bevölkerungsstruktur (Stand: 31.12.2017)

  • Einwohnerinnen und Einwohner:
    10.098 im QM-Gebiet (3.711.930 Berlin)
  • Migrantinnen und Migranten:
    70,66% im QM-Gebiet (32,52% Berlin)
  • Bezieherinnen und Bezieher von Transferleistungen:
    45,74% im QM-Gebiet (16,59% Berlin)
  • Arbeitslosenanteil - Daten anteilig bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl des jeweiligen Planungsraums (LOR):
    9,29% im QM-Gebiet (4,30% Berlin)

Weitere Informationen



Erweiterung des Fördergebietes
ab Januar 2016
Gesamtfläche: ca. 36 ha
Einwohnerinnen und Einwohner (insgesamt): 10.494

Wassertorplatz - Gebietskarte mit Erweiterung ab 2016
Gebietskarte mit Erweiterung ab 2016



Quartier Wassertorplatz; Foto: QM Wassertorplatz
Quartier Wassertorplatz (1)

Die Kiezworker; Foto: QM Wassertorplatz
Die Kiezworker (2)

Übergabe der Leselatte; Foto: QM Wassertorplatz
Übergabe der Leselatte (3)

Musik im MehrGenerationenHaus; Foto: QM Wassertorplatz
Musik im MehrGenerationenHaus (4)

Wassertorstraße Musikschule
Wassertorstraße Musikschule

Böcklerpark; Foto: QM Team
Böcklerpark   Foto: QM Team

Häuser am Böcklerpark; Foto: QM Team
Häuser am Böcklerpark   Foto: QM Team

Kastanienplatz; Foto: QM Team
Kastanienplatz  Foto: QM Team

Fotos (1, 2, 3, 4): QM Wassertorplatz

Soziale Stadt - Logos
Europäische Union Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Städtebauförderung des Bundes und der Länder Soziale Stadt Berlin Soziale Stadt Berlin Berlin Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Städtebauförderung des Bundes und der Länder Soziale Stadt Berlin Soziale Stadt Berlin Berlin