Wohnen  

 

Berliner Wohnungsmarkt

Wohnatlas Berlin: Karten (Stand 2017/2018)


Schrägluftbild Berlin - Alexanderplatz; Foto: Dirk Laubner
Foto: Dirk Laubner

Berlin weist ein vielfältiges und qualitätsvolles Wohnungsangebot auf. Insgesamt wird seit einigen Jahren jedoch durch die stark angestiegene Nachfrage eine zunehmende Angebotsverknappung beobachtet.

Das Bundessozialgericht erklärte 2010, dass es sich bei der Stadt Berlin um einen homogenen und in sich verbundenen Lebens- und Wohnbereich handle, da der örtliche Nahverkehr auf die Erreichbarkeit des Stadtkerns von allen Stadtquartieren ausgerichtet sei. Bei den Einzelmerkmalen des Wohnens unterscheiden sich die verschiedenen Stadtquartiere aber mehr oder minder stark. Der "Wohnatlas Berlin" stellt ausgewählte Merkmale des Berliner Wohnungsmarktes auf der Ebene der Prognoseräume dar. Die 60 Prognoseräume, in denen durchschnittlich rd. 62.000 Menschen wohnen, sind die oberste räumliche Bezugsebene des Systems lebensweltlich orientierte Räume (LOR), welches Berlin für die sozialstatistische Berichterstattung eingeführt hat.

Im Folgenden sind die Merkmale des Wohnungsmarktes aufgeführt zu denen man sich Karten und Sachdaten aus dem "Wohnatlas Berlin" anzeigen lassen kann, verbunden mit einer Kurzbeschreibung der jeweiligen aktuellen Sachlage:

Anteil der Personen in Bedarfsgemeinschaften nach Sozialgesetzbuch II an den Einwohnerinnen und Einwohnern 2017
Ende 2017 lebten 14,3 % der Einwohnerinnen und Einwohner Berlins in Bedarfsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II). Auf der Ebene der Prognoseräume wird der Anteil der Personen in Bedarfsgemeinschaften an den gesamten Einwohnerinnen und Einwohnern des Prognoseraums dargestellt. Die höchsten Anteile verzeichneten die Prognoseräume Gesundbrunnen (33,4 %) und Kreuzberg-Nord (33,9 %). Die geringsten Anteile verzeichneten die Prognoseräume Kaulsdorf/Mahlsdorf (2,7 %) und der Prognoseraum D (2,4 %) im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.
Veränderung des Anteils der Personen in Bedarfsgemeinschaften nach Sozialgesetzbuch II an den Einwohnerinnen und Einwohnern von 2012 bis 2017
Ende 2017 lebten 14,3 % der Einwohnerinnen und Einwohner Berlins in Bedarfsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), Ende 2012 waren es noch 16,3 %. Dies entspricht einem Rückgang von zwei Prozentpunkten.
Die stärksten Rückgänge (von einem hohen Niveau) verzeichneten die Prognoseräume Kreuzberg-Nord (-7,1 Prozentpunkte) und Neukölln (-5,4 Prozentpunkte). In nur neun Prognoseräume gab es Anstiege bzw. einen unveränderten Anteil. Die stärksten Anstiege gab es in Hohenschönhausen Süd (+1,4 Prozentpunkte) und Mariendorf (+0,7 Prozentpunkte).
Umgewandelte Wohnungen 2017 von Miet- in Eigentumswohnungen
2017 wurden in Berlin 0,85 % des Wohnungsbestandes (2017) nach dem Wohneigentumsgesetz von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Umwandlungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. Die Umwandlungsrate lag 2017 in sechs Prognoseräumen unter einer von tausend Wohnungen. Für ein Prognoseraum lagen keine Angaben vor. Die höchsten Umwandlungsraten verzeichneten die Prognoseräume Friedrichshain-Ost (29,9 pro tausend Wohnungen) und Friedrichshain-West (41,1 pro tausend Wohnungen).
Umgewandelte Wohnungen 2012-2017 von Miet- in Eigentumswohnungen pro 1.000 Wohnungen
2012 bis 2017 wurden in Berlin 3,9 % des Wohnungsbestandes (2012) nach dem Wohneigentumsgesetz von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Umwandlungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. Die höchsten Umwandlungsraten verzeichneten die Prognoseräume Friedrichshain-West (113,8 pro tausend Wohnungen), Nördlicher Prenzlauer Berg (114,4), Kreuzberg-Süd (117,7) sowie Friedrichshain-Ost (133,9 pro tausend Wohnungen).
Wohnungsverkäufe 2017
2017 wurden in Berlin Wohnungen in einer Größenordnung von 0,61 % des Wohnungsbestandes (2017) veräußert. Unberücksichtigt geblieben sind dabei Verkäufe von neu errichteten Eigentumswohnungen, Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Paketverkäufe. Eine Teilungserklärung (Umwandlung) muss vorgelegen haben. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Veräußerungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. Die Veräußerungsquote lag in fünf Prognoseräumen unter einer von tausend Wohnungen. Acht Prognoseräume verzeichneten mehr als zehn Veräußerungen pro tausend Wohnungen. Die höchste Veräußerungsquote hatte der Prognoseraum Charlottenburg-Wilmersdorf 2 (14,0) gefolgt von Friedrichshain-Ost (13,1). Die geringste Veräußerungsquote gab es im Prognoseraum Nördlichen Weißensee gefolgt von Kaulsdorf/Mahlsdorf.
Wohnungsverkäufe 2012-2017 pro 1.000 Wohnungen
2012-2017 wurden in Berlin Wohnungen in einer Größenordnung von 4,5 % des gesamten Wohnungsbestandes (2012) veräußert. Unberücksichtigt geblieben sind dabei Verkäufe von neu errichteten Eigentumswohnungen, Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Paketverkäufe. Eine Teilungserklärung (Umwandlung) muss vorgelegen haben. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Veräußerungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. Die Veräußerungsquote lag in vier Prognoseräumen unter fünf von tausend Wohnungen. Am wenigsten Verkäufe gab es im Prognoseraum Nördliches Weißensee (0,7) gefolgt von Kaulsdorf/Mahlsdorf (2,7). Für einen Prognoseraum lagen keine Angaben vor. 17 Prognoseräume verzeichneten mehr als 50 Veräußerungen pro tausend Wohnungen. Die höchste Veräußerungsquote hatte Friedrichshain Ost (101,7) gefolgt von Friedenau mit 99 Verkäufen pro tausend Wohnungen.
Angebotsmieten 2018 (in €/m² monatlich, netto kalt)
Im Jahr 2018 wurde für die in Veröffentlichungen angebotenen Mietwohnungen eine Medianmiete in Höhe von 10,32 €/m² monatlich (netto kalt) ermittelt. Innerhalb des S-Bahnrings wurden nahezu flächendeckend mittlere Angebotspreise von 12,00 EUR/m² erfasst.
Anteil Sozialmietwohnungen am Wohnungsbestand 2017
2017 waren durchschnittlich 5 % des Berliner Wohnungsbestandes Sozialmietwohnungen. Der Anteil an Sozialmietwohnungen lag in 29 Prognoseräumen unter 3 %, darunter in Buch, CW 6 und Lichtenberg Süd bei 0 %. Zwischen 3 % und unter 8 % war der Anteil in 14 Prognoseräumen. Über 8 % – lag der Anteil der Sozialmietwohnungen in 17 Prognoseräumen, darunter in 3 Prognoseräumen bei mehr als 15 %. Am höchsten war der Anteil mit 33 % in Kreuzberg Nord.
Anteil städt. Wohnungsbaugesellschaften am Wohnungsbestand 2017
2017 hatten die sechs Landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften einen Anteil von 16,2 % am Berliner Wohnungsbestand. In 16 Prognoseräumen lag der städtische Wohnungsbestand unter 5 %. Zehn Prognoseräume wiesen über 30 % städtischen Wohnungsbestand auf. Die höchsten Anteile städtischer Wohnungsbestände sind in den Prognoseräumen Buch (43,8 %), Hohenschönhausen Nord (52,2 %) und CW 1 (47,2 %) anzutreffen.
Prozentuale Veränderungen der Einwohnerzahlen 2013-2018
Die Berliner Einwohnerzahl hat von 2013 bis 2018 um 6,6 % zugenommen. Bevölkerungszuwächse von mehr als 5,5 % verzeichneten 37 Prognoseräume auf, darunter 7 Prognoseräume mit mindestens 10,5 % Zuwachs. Der Prognoseraum Buch wies mit 20,1 % den stärksten Einwohnerzuwachs auf. Lediglich ein Bezirk (Kreuzberg Ost) verzeichnete einen leichten Bevölkerungsrückgang mit -1,1 %. Bei allen anderen Prognoseräumen ergab sich eine positive Einwohnerentwicklung.
Anteil der Einwohner mit mind. 5-jähriger Wohndauer am 31.12.2018
Am 31.12.2018 wiesen 63,7 % der Bewohnerinnen und Bewohner Berlins eine mindestens fünfjährige Wohndauer an ihrer damaligen Wohnadresse auf. In sieben Prognoseräumen wohnten über 70 % der Bewohnerinnen und Bewohner mindestens fünf Jahre an ihrer damaligen Wohnadresse. Den höchsten Anteil hatte Heiligensee-Konradshöhe mit 75,4 %, gefolgt von Kaulsdorf/Mahlsdorf (75,1 %) und Frohnau-Hermsdorf (73,7 %) Bewohnerinnen und Bewohner mit mindestens fünfjähriger Wohndauer. Die niedrigsten Anteile verzeichneten Friedrichshain Ost (48,7 %), Forst Grunewald (52,8 %) und Mitte-Zentrum (54,5 %).