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Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick

Geschichte der städtebaulichen Entwicklung


Siedlung Elsengrund
Siedlung Elsengrund (Herbst 2016)
Foto: SenStadtWohn
Bis in die 1830er Jahre ist die weit vor der Stadt liegende Gegend um den heutigen Bahnhof Köpenick von den feuchten Wiesen der Wuhle-Niederung sowie den angrenzenden Wald- und Heideflächen der Wuhl- und Mittelheide geprägt.

Mit der einsetzenden Industrialisierung und der Inbetriebnahme der Berlin-Frankfurter-Eisenbahn (später: Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn) erhält die Stadtgemeinde Köpenick 1842 einen Bahnhof, der 1,5 km vom kurfürstlichen Schloss entfernt liegt.

Im näheren Umkreis entstehen in den folgenden Jahrzehnten industrielle Betriebe wie Chemie- und Metallwarenfabriken und mehrgeschossige Mietshäuser insbesondere für die Arbeiter dieser Betriebe. Die Zahl der Bevölkerung der sogenannten Dammvorstadt versechsfacht sich von etwa 5.000 auf 30.000 Einwohner. Am Standort Dahlwitzer Straße (heutiger Stellingdamm) wird 1889 die erste private Gasanstalt der Stadt Köpenick in Betrieb genommen.

Im Jahre 1902 erfolgt die Höherlegung der gesamten Gleisanlagen. Im Zuge dieser Umgestaltung entstehen u. a. ein neues Empfangsgebäude am Bahnhof Köpenick und eine Güterladestelle entlang der Ferngleise. Mit der Ansiedlung diverser Industrieunternehmen, wie der Lampenfabrik Müller, wird der Güterbahnhof weiter ausgebaut.

Angesichts der Wohnungsnot nach Ende des ersten Weltkrieges zeigt insbesondere der Beamten-Wohnungs-Verein südlich der Bahntrasse rege Bautätigkeit. Nördlich der Gleise entsteht außerdem die Siedlung Elsengrund mit gartenstädtischem Charakter. Mit Inkrafttreten des Groß-Berlin-Gesetzes werden sowohl Köpenick als auch Friedrichshagen 1920 Teile "Groß-Berlins".

Auch nach dem zweiten Weltkrieg nehmen Industriebetriebe ihre Tätigkeiten am Standort auf. Der VEB Gamat hat hier bis in die 1990er Jahre seine Produktionsstätte. Anfang der 1990er Jahre endet der Betrieb des Güterbahnhofs. Seitdem liegen die Flächen brach und die Gebäude sind dem Verfall überlassen.

Foto: Dirk Laubner
Ehemaliges Gaswerk Köpenick
Foto: Dirk Laubner (Frühjahr 2017)