berlin.de berlin.de

3. Absatz des Ergebnisartikels

3. Vorschläge zur Nutzung und Gestaltung

Hektik und Trubel des Geschäfts- und Bürozentrums schreien nach einer Oase der Ruhe und Entspannung. Gleichzeitig sollte das Gleisdreieck ein Freizeit-, Kultur- und Sportrefugium werden.
Der Park sollte eine unverwechselbare Identität haben, die sich auf die früheren Nutzung bezieht. So könnte die überdachte Vorhalle des Postgüterbahnhofes zum Park hin für Schlechtwetter- und Winteraktivitäten sowie Skater genutzt werden. Gut wären außerdem regelmäßige Veranstaltungen durch ein Freiluftkino und einen wöchentlichen Flohmarkt. Den Bogen zwischen verschiedenen Aktivitätsleveln der Nutzungen sowie deren Unterschiedlichkeit bleibt eine spannende Aufgabe für die Landschaftsarchitekten.

AUFTEILUNG DER FLÄCHEN
Da der Park sehr stark zergliedert ist, macht es Sinn, den verschieden Bereichen unterschiedliche Nutzungen zuzuordnen. Ein Teil zur Entspannung mit Liegewiese etc., ein anderer Teilbereich zur sportlichen Nutzung, einer als großzügiger Hundeauslauf, ein vierter sollte der natürlichen Entwicklung freien Raum lassen ("das Wäldchen"). Ordnet man die Nutzungen zu, ergeben sich folgende Bereiche:
Im Süden wäre eine sportliche Nutzung im Dreieck S-Bahnen - Yorkstrasse sinnvoll. Hier könnte ein Fußballplatz (wie am Anhalter Bahnhof), ein Basketballsplatz und ein Skateboard-Platz platziert werden. Im Westen wäre ein freier Blick in Nord-Süd-Richtung und auf die Brücken und Bahnen schön. In der Mitte werden viel hohes Grün (Wald) und Naturentdeckungszonen vorgeschlagen, im Osten sollten sich ruhigere Nutzungen konzentrieren, um für die schon durch Schienen- und Kfz-Lärm stark beeinträchtige Umgebung eine Ruhezone zu garantieren. Die Randgebiete sollen Spielplätze erhalten. Gemeinsam mit den Kleingärten sind eine hervorragende Überleitung in den Park.

Um eine Art soziale "Aufsicht" zu suggerieren und um zu verhindern, dass das Gelände Umschlagplatz für Drogen oder Prostitution wird, werden neue "Torgebäude" am Rand des Parks (Hornstrasse, Bülowstrasse) zum Wohnen vorgeschlagen. Wegen der Zerstueckelung des Geländes ist eine gute Orientierung wichtig, die sich auf den Potsdamer Platz und die U-Bahn beziehen sollte. 1-2 neue groeßere Orientierungspunkte an den Längsseiten in prominenter Lage könnten zusätzlich helfen. Weiterhin sind Ausblicke auf alle Trassen von verschiedenen Punkten im Park aus (z.B. Brücken, Kletterfelsen mit Treppe für Leute ohne DAV-Ausweis) einzubauen.

GRÜNGESTALTUNG
Schön wäre deshalb eine Kombination aus der bisherigen Vegetation und Neubepflanzungen. Es sollte keine Versiegelung des Bodens geben (keine Aspaltierung der Wege), sondern lieber ausgiebige Freiflächen für Wildblumen & -kräuter. Die Bepflanzung wird eingestreut. Üppige Blumenwiesen, auf denen das Pflücken von Blumen erlaubt ist und Wildwiesen, (wie nicht mehr lange am südöstlichen Tiergartenrand), auf denen auch Schafherden weiden könnten. Eine Bepflanzung mit verschiedenen Obstbäumen (Apfel, Pflaume, Kirsche) und Nussbäumen hätte den Vorteil der Blüte- und Erntezeit. Die Obstbaum-Arten bieten den weiteren sehr positiven Effekt, dass sie Schmetterlinge stark anziehen. Auch Bambus wurde vorgeschlagen, da er schnell wächst und kostengünstig ist. Allerdings verdrängt er die oben erwähnten seltenen Pflanzen.

Auch eine komplette Nicht-Nutzung ist denkbar, indem einfach eine Brachfläche an sich erhalten wird - ein paar qm der Stadt "nutzlos rumgammeln lassen" - ein Stück ungehemmte Natur inmitten einer durchorganisierten und geregelten Stadt inmitten eines ebensolchen Landes. Alle 5 bis 10 Jahre werden ein paar Biologen zur Bestandsaufnahme reingeschickt.

Zum Gesamttext




Info zum Artikel
Von: Moderation (wva)

28.10.2005 | 19:42
Artikel-Nr.: 271
 Aufrufe: 81
 Verknüpfungen: 7
 Kommentare: 0