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Soziale Infrastruktur-Konzepte (SIKo)

Soziale Infrastruktur-Konzepte (SIKo)

Für die wachsende Stadt Berlin werden - neben Wohnkonzepten - Konzepte zur Bereitstellung der notwendigen öffentlichen sozialen und grünen Infrastruktur benötigt. Die Berliner Bezirke erarbeiten dafür räumlich integrierte Soziale Infrastruktur-Konzepte (SIKo), da sie für die Standortplanung der wohnumfeldbezogenen Infrastruktur zuständig sind.

Die Soziale Infrastruktur-Konzepte (SIKo) enthalten konkrete Aussagen zu den Bedarfen an sozialen Infrastruktureinrichtungen, ihrer räumlichen Verortung und zeitlichen Priorität. Auf dieser Basis werden Grundlagen für die Diskussion, Abstimmung und Entscheidung zu Flächenplanung (Liegenschaftspolitik und planungsrechtliche Sicherung) und Finanzplanung (Anmeldung zur überbezirklichen Investitionsplanung und zur bezirklichen Haushaltsplanung) geschaffen. Die SIKo 2016 wurden von allen Bezirken mindestens für öffentliche und öff. geförderte Kindertagesstätten, öffentliche Schulen und öffentliche Sportanlagen erstellt.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Referat IA, initiierte die Erstellung der SIKo ab Anfang 2016 und hat die gesamtstädtische Koordinierung des Arbeitsprozesses unter Mitwirkung der fachlich zuständigen Senatsverwaltungen übernommen (SIKo-Prozessbegleitung). Dazu zählt u.a. auch die jährliche Organisation eines fachübergreifenden Austauschs der Bezirke und Senatsverwaltungen zur Entwicklungsplanung der sozialen Infrastruktur in der wachsenden Stadt Berlin.

Thematischer Schwerpunkt des fachlichen Austauschs in 2017 waren Fragen der Umsetzung der SIKo 2016. Im Ergebnis dieses Fachgesprächs ist im Auftrag der Wohnungsbauleitstelle ein aktueller Informationsüberblick zu Finanzierungsmöglichkeiten u.a. durch fachliche Förderprogramme und zu Regelungen zum Berliner Vorkaufsrecht zur Verwendung für die Flächensicherung erstellt worden (siehe download).


Mehrfachnutzung sozialer Infrastrukturen

Im Jahr 2018 hat Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Referat I A eine Vorstudie zur Mehrfachnutzung von Einrichtungen der Sozialen Infrastruktur erarbeitet, in der die Potenziale dieses planerischen Ansatzes für die Stadtentwicklung beschrieben werden. Diese Untersuchung hat das Thema Mehrfachnutzung grundhaft erschlossen, gute Beispiele und die Berliner Rahmenbedingungen untersucht sowie erste Handlungsempfehlungen skizziert.

Mehrfachnutzung ist dabei eine Form räumlicher Organisation mehrerer Einrichtungen sozialer Infrastruktur an einem gemeinsamen Standort – räumlich komplett getrennt oder mehr oder weniger verbunden – in Abgrenzung zu einer Einzelnutzung an jeweils einem eigenen Standort.

Viele der in Berlin existierenden, untersuchten Beispiele zeigen, wie Mehrfachnutzungen als lokale Problemlösungsstrategien gedacht und umgesetzt werden, so dass ein Mehrwert entsteht. Werden Mehrfachnutzungen nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich mehrfach gedacht, kommt ihr Synergiepotenzial noch stärker zur Entfaltung. Sie können u.a. öffentliche Flächen und Ressourcen effizienter ausnutzen, bezirkliche Ziele und Leitideen befördern (Standort mit einem übergeordneten Leitbild, z.B. „Gesunder Bezirk“, „Lebenslanges Lernen“) und durch flexible Bauweise auf sich ändernde Nutzungsansprüche und Bedarfe reagieren.