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    Städtebau  

 

Lebendige Zentren und Quartiere - Programm

Gutes Klima?! Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in lebendigen Zentren und Quartieren Berlin


Der Klimawandel ist Grund dafür, dass extreme Wetterereignisse wie Hitze- und Dürreperioden und andererseits Starkregenereignisse zunehmend häufiger auftreten. Urbane, hochverdichtete Räume sind besonders von diesen Extremen betroffen: Bei Starkregen gerät die städtische Kanalisation an ihre Grenzen, im Sommer leidet die Stadtvegetation unter extremer Hitze und langen Trockenperioden. Nicht zu vernachlässigen sind zudem die gesundheitlichen Folgen von langanhaltend hohen Temperaturen für Stadtbewohner, auch in Berlin. Gleichzeitig weisen Städte neben diesen besonderen Herausforderungen auch Potentiale für den Klimaschutz auf: Hohe Innovationskraft, oft kürzere Wege, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können und der öffentliche Personennahverkehr bietet eine Alternative zum eigenen Auto.

Im Städtebauförderprogramm Lebendige Zentren und Quartiere haben die Themen Klimawandel und Anpassung städtischer Strukturen sowie Maßnahmen des Klimaschutzes einen besonderen Stellenwert. Das ist Grund genug, sich diesem Themenkomplex intensiver zu widmen.

Die im Jahr 2020 vorgesehenen Transferveranstaltungen Zentrendialog und Zentrenwerkstatt wurden coronabedingt abgesagt – stattdessen sind die hier abrufbaren drei kurzen Filme entstanden. Sie geben prägnante Einblicke in drei Projekte, die die Anpassung von städtischen Freiräumen an die Herausforderungen des Klimawandels zum Ziel haben und Möglichkeiten zum Klimaschutz aufzeigen. Folgen Sie uns in die Lebendigen Zentren Müllerstraße, Turmstraße und Karl-Marx-Straße/Sonnenallee. Ein einleitender Film nimmt die Herausforderungen des Regenwassermanagements in den städtischen Quartieren im Interview mit der Berliner Regenwasseragentur in den Fokus. In der Müller- und der Turmstraße sorgen Begrünungsprogramme für ein verbessertes Mikroklima und der Umbau des Weigandufers in Neukölln verbindet qualitätvolle Gestaltung des öffentlichen Raumes mit Regenrückhalt in bepflanzten Entwässeungsmulden.

Ein Überblick über die Diskussion konzeptioneller Rahmenbedingungen zum Thema Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in Berlin und die Rolle der Städtebauförderung bei der Gestaltung und Finanzierung von Maßnahmen sowie Pilotprojekten wird im neuesten Film dargestellt.

Wir danken an dieser Stelle herzlich allen Interviewpartnerinnen und -partnern für ihr engagiertes Mitwirken an der Filmproduktion!
Umsetzung der Filmproduktion: OFFscreen in Zusammenarbeit mit dem Programmbeauftragten (complan Kommunalberatung)

Film: Gutes Klima in den Lebendigen Zentren und Quartieren


©: SenSW; Filmproduktion: OFFscreen
Video-Kurzbeschreibung
Dass sich eine Stadt wie Berlin intensiv mit den Themen Klimawandel und Klimaschutz auseinandersetzen muss, ist zwar ein vergleichsweise aktuelles Thema der Stadtentwicklung, jedoch bereits seit zehn Jahren fester Bestandteil des stadtpolitischen Diskurses. Mit dem ersten Stadtentwicklungsplan Klima (2011), dessen Fortschreibung SteP Klima konkret (2016) sowie der aktuell geplanten Neufassung finden immer mehr Aspekte und Ansätze Eingang in die konzeptionellen Grundlagen der Berliner Stadtentwicklung. Monika Faltermaier, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, berichtet über die Entwicklung des Themas und die inhaltlichen Schwerpunkte der klimabezogenen Stadtentwicklungspläne. Sebastian Mönch, ebenfalls Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, erläutert die neuen Rahmenbedingungen für die Städtebauförderung, welche eine Einbeziehung von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel nicht nur vorsehen und sondern vorschreiben. Bereits zuvor gab es einzelne Ansätze in geförderten Maßnahmen in den Lebendigen Zentren und Quartieren. Finanzielle Mittel gezielt für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel einsetzen zu können, ermöglicht ebenso das Ausprobieren neuer, innovativer Ansätze – als Pilotprojekt und Reallabor mit dem Anspruch, gute Ansätze und Erfahrungen auch auf andere Quartiere und Programmgebiete zu übertragen.


Film: Wohin mit dem Regenwasser? Regenwasserbewirtschaftung und -managment in der Stadt


©: SenSW; Filmproduktion: OFFscreen
Video-Kurzbeschreibung
Regenwassermanagement in der Stadt ist nicht fakultativ und Sahnehäubchen; bei der Sanierung und dem Bau von Straßen und Plätzen, von Gebäuden oder auch von Freiflächen ist ein gutes Management des vorhandenen Regenwassers nicht nur von Vorteil für das Stadtklima, seit einigen Jahren ist es sogar verbindlich festgelegt.
Hilfe bei der Planung und der Umsetzung bekommen Bauverantwortliche, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie öffentliche Stellen von der Berliner Regenwasseragentur. Diese vom Land Berlin und den Berliner Wasserbetrieben 2018 gegründete Anlaufstelle, hilft mit Beratungsangeboten und Vermittlung dabei die Potentiale der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung bestmöglich auszuschöpfen. Möglichkeiten der Umsetzung sind zahlreich, müssen jedoch bereits beim Planungsprozess mitgedacht werden. Ob Regenrückhaltung auf Retentions- oder Gründächern, Fassadenbegrünungen, unterirdische Wasserversickerung auch unter stark genutzten Plätzen oder Regenwassermulden, die sogar mit Bäumen bepflanzt werden können – für die meisten Vorhaben gibt es bereits anschauliche Umsetzungsbeispiele. Einige davon, wie beispielsweise den durch Städtebaufördermittel finanzierten geplanten Umbau des Marktplatzes Aldershof, stellt Darla Nickel, Leiterin der Berliner Regenwasseragentur in dem kurzen Film vor.


Film: Das neue Weigandufer – mehr Lebensqualität am Neuköllner Schifffahrtskanal


©: SenSW; Filmproduktion: OFFscreen
Video-Kurzbeschreibung
Das Weigandufer am Neuköllner Schifffahrtskanal zwischen Weichsel- und Wildenbruchplatz war bis vor einigen Jahren ein Weg mit geringer Aufenthaltsqualität, schlechten Sichtbeziehungen und wurde sogar als Angstraum von den Anwohnenden benannt. Die Umgestaltung änderte dies. Ein Teil des Uferweges wurde als Fahrradstraße ausgewiesen, die Wege erneuert und der dichte Bewuchs gelichtet. In der Umsetzungsphase führten allerdings Änderungen in den rechtlichen Vorgaben dazu, dass Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung in Form von Entwässerungsmulden in die bestehenden Planungen einbezogen werden mussten. Diese Mulden sorgen dafür, dass Regenwasser nicht mehr in den Kanal oder die Kanalisation abgeleitet wird. Nicht alle Anwohnenden waren mit den deshalb notwendigen Rodungen von Bäumen und Büschen einverstanden. Im Rahmen eines Pflanzworkshops konnten jedoch Kompromisse in Form zusätzlicher Sträucher und Pflanzen erarbeitet werden.
Die umfassende Bürgerbeteiligung in den vielen Phasen des Umbauprojektes war ein wesentliches Kriterium für mehr Akzeptanz der notwendigen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Torsten Kasat vom Bezirksamt Neukölln und Kerstin Schmiedeknecht, Beauftragte für das Fördergebiet Karl-Marx Straße/Sonnenallee, berichten für den Film von ihren Erfahrungen während des Umgestaltungsprozesses.


Film: Es grünt! Begrünungsprojekte in den Fördergebieten Müllerstraße und Turmstraße


©: SenSW; Filmproduktion: OFFscreen
Video-Kurzbeschreibung
Es grünt in der Müllerstraße und der Turmstraße. In beiden Fördergebieten gibt es seit einigen Jahren Begrünungsprogramme, die Hausgemeinschaften und -eigentümer oder auch private Kitaträger bei der klimagerechten Umgestaltung von Höfen und Freiflächen finanziell sowie durch Beratungsleistungen unterstützen. Aus den Fördergebieten berichten Karsten Ketzner (KoSP GmbH/Beauftragte für das Fördergebiet Turmstraße) sowie Marcel Göbel (JAHN, MACK & PARTNER mbB/Beauftragte für das Fördergebiet Müllerstraße). Die Landschaftsarchitektin, Andrea Haas-Wohlfarth (planwerkstatt haas-wohlfarth Garten- und Landschaftsarchitektur) steht (potentiellen) Antragstellenden, Bezirksamt sowie Gebietsbetreuenden in beiden Fördergebieten mit fachlichem Rat zur Seite. Denn: Nicht überall lässt sich jede Idee auch in die Tat umsetzen, die Auswahl möglicher Pflanzen in den Höfen muss im Hinblick auf die Klimaresistenz gut überlegt sein und rechtliche Rahmenbedingungen, bspw. das Naturschutzgesetz, sind zu beachten.
Umzusetzende Begrünungsprojekte können dabei sehr große räumliche und finanzielle Größen annehmen wie in der Müllerstraße 128 oder auch auf kleiner Fläche verwirklicht werden, wie das Beispiel im Hof der Turmstraße 74 zeigt. Das Thema Beteiligung spielt bei Begrünungsprojekten ebenfalls eine zentrale Rolle: Ob zukünftige Anwohnende, die frühzeitig in den Umgestaltungsprozess ihres Hofes einbezogen werden oder Kitakinder und -fachkräfte, die Vorschläge für die Gestaltung des Freigeländes (hier der Otto-Kita, Fördergebiet Turmstraße) einbringen – Planungen und Umsetzungen gehen auch im Themenfeld Klimaschutz auf privaten Flächen nicht an den später Nutzenden vorbei.
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