Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

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Selbst gemacht: Street Art von Schüler*innen der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule © Sebastian Jünger
Nass und klebrig: die Jugendlichen kämpfen mit der materiellen Seite der Kunst
Mit Schablonen geht es leichter © Ilkan Kir
Der erste Teil der Umfeldverbesserung am Neuen Ufer ist vollbracht © Sebastian Jünger

Street Art am Neuen Ufer in Moabit: Schüler*innen gestalteten eine Wand der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule

Wegeverbindungen, Umfeld und Spielflächen werden rund um den Campus verbessert
Oktober 2019

Die Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule liegt im südwestlichen Zipfel von Moabit zwischen Spree und Charlottenburger Verbindungskanal. Die Gegend ist ruhig, obwohl am Neuen Ufer Spiel- und Sportanlagen locken. Der südliche Weg entlang der Schule wird fast verdeckt von üppig wuchernden Sträuchern im Herbstlaub. Über ein paar Fahrradständern hängen nasse Papierbahnen. Anstelle des wilden Graffiti wird an diesem letzten September-Wochenende ein lange vorbereitetes Kunstwerk auf die Brandwand gebracht: ein Street Art-Projekt des Wahlpflichtkurses Kunst, geleitet von der Referendarin Frau Bolte, dem Künstler Sebastian Jünger und der Fotografin Ilkan Kir, bezahlt aus Stadtumbau-Mitteln.

Hier sollen nicht nur der Spielplatz erweitert sowie Wege und Umfeld der Schule neu angelegt bzw. attraktiver gestaltet werden; Schüler der 8. und 9. Klassen gestalten im Rahmen des Projekts ihre Umgebung, üben sich in künstlerischen Disziplinen, in Kreativität und Engagement, stärken die Identifikation mit ihrer Schule und ihrem Kiez. Die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren bringen auch den nur wenig älteren Projektbegleiter*innen so Einiges bei, zum Beispiel ihr Handzeichen für Moabit, die 21, nach der alten Postleitzahl.

Hände spielen die Hauptrolle auf dem Wandbild, das nach acht Wochen nun endlich auf die vorher schwarz getünchte Wand gebracht wird. Hände formen Herzen, Victory-Zeichen; ein "Daumen hoch", ein Handschlag und ein Händeturm sind zu sehen. Eine Hand hält vorsichtig das kleine Fenster in der Brandwand.

Das Thema war beim ersten Vorbereitungs-Workshop schnell klar: Gemeinschaft, schließlich lernen sie hier ganztags an der Gemeinschaftsschule, bringen viele Kulturen mit. Dafür werden Symbole gesucht, Hände fotografiert. Bis zu zehnfach vergrößert lässt Sebastian Jünger sie drucken. Nun stehen die Kids hier im Nieselregen und versuchen die nassen Papiere möglichst faltenfrei auf die Wand zu bringen. Alles kein Problem, was hier und da reißt, sieht man am Schluss nicht mehr. "Nicht so gerade, da muss ein bisschen Bewegung rein!", mahnt der Künstler. Über Komposition hatten sie im Klassenraum öfter gesprochen, sich mit bekannten Street Art-Künstlern vertraut gemacht, doch hier an der der echten Wand sieht alles anders aus.

Der Regen treibt sie in den Pavillon auf dem Schulhof, wo sie an ihren Portfolios arbeiten, einer persönlichen Dokumentation ihrer Arbeit. Auch ein paar nächtliche Sprüher waren zwischendurch am Werk, doch das sehen alle Beteiligten locker: "Das gehört dazu.", sagt Sebastian Jünger. Man muss schnell sein und die Arbeit beenden, vor fertigen Werken haben die Sprayer Respekt. Am Montag vor den Herbstferien setzt Sebastian Jünger Farbflächen in das Bild mit den Händen und den kleinen Skateboards. Schablonen mit Erdkugeln, dem W-LAN-Zeichen, Herzen und Wolken werden darauf angesetzt. Fertig. Alle, die vorbeikommen, loben das bewegte Bild. Das Ergebnis ist ein toller Start und weckt Aufmerksamkeit für die anstehenden Bauarbeiten zur Umgestaltung von Umfeld und Wegeverbindungen am Spielplatz Neues Ufer, die 2020 abgeschlossen werden sollen.

Von: Anka Stahl, Fotos: Sebastian Jünger, Ilkan Kir, Anka Stahl (Foto 2)

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