Wohnen  
 

Blankenburger Süden

Aktuelle Entwicklung


 

Der Zeitplan für 2019

In 2019 geht es darum, ein räumliches Strukturkonzept zu entwickeln für den sogenannten Fokusraum des Blankenburger Südens. Der Fokusraum umfasst die landwirtschaftliche Fläche des ehemaligen Rieselfelds, das Gewerbegebiet Heinersdorf und den Standort der ehemaligen FHTW. Sich auf diese Flächen zu konzentrieren ist das Ergebnis der bereits erfolgten Untersuchungen und Öffentlichkeitsbeteiligung. Bevor Testentwürfe für das räumliche Strukturkonzept gemacht werden, müssen in der ersten Jahreshälfte allerdings noch einige Entscheidungen getroffen werden, vor allem zur Lage eines Tram-Betriebshof, zum Anteil von Gewerbeflächen und zur Verkehrserschließung Blankenburg.

Anlass und Beginn des Projektes "Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden"

Als Antwort auf die Wohnungsnot im Land Berlin wurde in der vergangenen Legislaturperiode veranlasst, im gesamten Berliner Stadtgebiet nach geeigneten Standorten für den Wohnungsbau zu suchen. Im Frühjahr 2016 fiel die Wahl neben zehn weiteren Standorten auch auf die landeseigenen Grundstücke im Blankenburger Süden.

Schnell wurde deutlich, dass eine Entwicklung der überwiegend landwirtschaftlich genutzten Kernfläche nicht ohne eine grundlegende Untersuchung und umfassende Eingriffe in die Umgebung erfolgen können wird. Grund dafür sind insbesondere die bereits vorherrschende defizitäre Verkehrssituation und die mangelnde Anbindung der Kernfläche an das S- oder Straßenbahnnetz.

Um den Umfang der für eine Entwicklung erforderlichen Maßnahmen fundiert untersuchen zu können, wurde am 30.08.2016 vom Berliner Senat die Durchführung Vorbereitender Untersuchungen beschlossen. Daraufhin wurde bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (damals noch für Stadtentwicklung und Umwelt) das Projektteam Blankenburger Süden neu gebildet. Dies vergab drei große Aufträge:

Seit Dezember 2016 sind zwei Ingenieurs- und Planungsbüros (die Deutsche Stadt- und Grundstücks­entwicklungs­gesellschaft DSK sowie das Büro für Stadtplanung, -forschung und –erneuerung PFE) mit der Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen befasst. Darüber hinaus ermittelt seit Anfang 2017 ein Landschaftsplanungsbüro (gruppe F) die ökologischen Grundlagen. Im Dezember 2016 wurde außerdem ein Kommunikationsbüro (Zebralog) mit der Entwicklung eines Beteiligungskonzepts beauftragt. Dieses entstand in mehreren Bürgerwerkstätten von Frühjahr bis Herbst 2017. Im Jahr 2018 begann dessen Umsetzung (siehe hierzu die Dokumentationen unter Öffentlichkeitsbeteiligung).

Der Kontakt mit der engagierten Bürgerschaft vor Ort wurde bereits Ende 2016 aufgenommen. Mit dem Forum Blankenburger Süden bildete sich ein gemeinsames Grundverständnis zur Öffentlichkeitsbeteiligung. Seitdem steht das Projektteam Blankenburger Süden im Austausch mit dem Forum Blankenburger Süden sowie auch weiteren Akteurinnen und Akteuren vor Ort, u.a. dem Vorstand der Erholungsanlage Blankenburg.

Zudem arbeitet seit Februar 2018 der Projektbeirat "Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden" als Beratungsgremium für das Projektteam der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Projektentwicklung und Zwischenergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen

Seit Beginn der Vorbereitenden Untersuchungen sind zahlreiche Untersuchungen durchgeführt worden bzw. in Arbeit. Mittlerweile gibt es z.B.
  • Ergebnisse zum Straßenverkehr (Verkehrliche Untersuchung zum Straßennetz im Nordostraum Berlins),
  • Ergebnisse zur ÖPNV-Anbindung des neuen Stadtquartiers (Verlängerung der Tram M2),
  • eine Untersuchung der Gebäude am Blankenburger Pflasterweg, in denen ehemals die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft war,
  • Ergebnisse zur Medientechnik (u.a. Gas- und Fernwärmeversorgung sowie Trink- und Abwassersystem),
  • ein Energie-Grundkonzept,
  • ein Regenwasser­bewirtschaftungs-Grundkonzept und
  • eine erste Bestandserfassung des Naturhaushalts.
Noch in der Planung bzw. Erarbeitung sind z.B. Untersuchungen
  • zu überörtlichen Straßen (Machbarkeitsuntersuchung zur Verkehrserschließung Blankenburg),
  • zur weiteren ÖPNV-Erschließung (Tramverbindung von Weißensee nach Pankow),
  • zu Altlasten und Baugrund.


Im Februar 2018 lag ein erster Zwischenbericht der Vorbereitenden Untersuchungen vor. Einen wesentlichen Teil davon stellten drei Entwicklungsalternativen dar, die aus den Untersuchungen sowie fachlichen Überlegungen und Abstimmungen hervorgegangen sind. Sie sind auch Ergebnis zweier verwaltungs­übergreifender Klausurtagungen, an denen Expertinnen und Experten für diverse Themen – Verkehr, Landschaft und Naturschutz, Wirtschaft und Gewerbe, Planungsrecht und mehr – sowohl von der Bezirks- wie auch von der gesamtstädtischen Ebene teilnahmen. Diese prüften die Alternativen auf ihre grundsätzliche Machbarkeit, diskutierten sie und entwickelten sie weiter.

Nach der ersten öffentlichen Präsentation der Alternativen bei der Auftaktarena am 3. März 2018 wurden diese lebhaft diskutiert, unter anderem im Rahmen einer einmonatigen Online-Beteiligung. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat die geäußerten Sorgen und Anmerkungen aufgenommen und im vergangenen Jahr den Planungsprozess nachgesteuert. Die Devise bei der zukünftigen, langfristigen Planung des neuen Stadtquartiers lautet: behutsam und sozialverträglich sowie konzentriert auf den sogenanntenFokusraum. Schließlich wurde beim Treffen des Projektbeirats am 18.12.2018 die Diskussion von Leitzielen für das neue Stadtquartier gestartet.

Projektjahr 2019

Derzeit wird das Beteiligungskonzept für 2019 fortgeschrieben und der Fahrplan für die Erstellung eines Struktur- und Nutzungskonzepts "Alternative D" für den Fokusraum entwickelt.
Vorgesehen ist es, in der für 2019 geplanten Laborphase drei bis vier interdisziplinär arbeitende Planungsteams (Stadtplaner und Landschaftsplaner) jeweils einen städtebaulichen Testentwurf für das neues Stadtquartier inklusive jeweils einem Struktur- und Nutzungskonzept (= Vorschlag für die neue Alternative D) entwerfen zu lassen.

Das heißt, es wird im Rahmen eines Werkstattverfahrens entwurflich geprüft, wie das Quartier strukturiert sein könnte, um zu überprüfen, ob und wie die Anzahl von 5.000 bis 6.000 Wohneinheiten sowie die weiteren Nutzungen auf dem ehemaligen Rieselfeld überhaupt Platz finden können. Die Aufgabenstellung für die Büros konzentriert sich auf die Flächen des ehemaligen Standortes der FHTW, das ehemalige Rieselfeld und das Gewerbegebiet Heinersdorf (den sogenannten Fokusraum).

Aus diesen Testentwürfen muss für den Abschluss der Vorbereitenden Untersuchungen wieder ein Schritt zurück gemacht werden und das deutlich gröbere Struktur- und Nutzungskonzept ("Alternative D") aus der Testplanung abgeleitet werden.

Vor dem Beginn des Werkstattverfahrens müssen entscheidende Rahmensetzungen, wie die Entscheidung über den Tram-Betriebshof oder die Verkehrserschließung Blankenburg, geklärt werden.

Ausblick

Derzeit wird auf eine vierte Entwicklungsalternative "D" hingearbeitet. Diese soll bis Frühjahr 2020 entwickelt sein. Die Vorbereitenden Untersuchungen werden nach heutiger Einschätzung Ende 2020 / Anfang 2021 beendet werden.

Das weitere Vorgehen hängt von den Untersuchungsergebnissen und der Grundsatzentscheidung der politischen Gremien ab, die voraussichtlich in 2021 über das Projekt "Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden" gefällt wird. Eine bauliche Vorbereitung des neuen Stadtquartiers z.B. in Form von Straßenbaumaßnahmen oder der Errichtung einer Tramtrasse würde erst anschließend mit Planung und Umsetzung in Teilabschnitten beginnen können.