Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten/innen als Generalplaner/innen mit Landschaftsarchitekten/innen, Tragwerksplaner/innen und Ingenieure/innen der Technischen Gebäudeausrüstung
"Neubau Mathematik und Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation (IMoS) Technische Universität Berlin, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf"


Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
100.000,- Euro
  Architektur: Heinle, Wischer und Partner
Freie Architekten GbR, Berlin
Verfasser: Edzard Schultz
Mitarbeit: Alekandra Shulevska, Eleonora Popovska, André Wollmann, Heinrich Huber, Iva Kolak

Landschaftsarchitektur: Stefan Bernard Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser: Stefan Bernard
Mitarbeit: Agata Waszczuk

Tragwerksplanung: Wetzel & von Seht, Berlin
Verfasser: David Fuentes Abolafio
Mitarbeit: Oliver Block, Ansgar Scharlau, Jörg Herfurth, Anna Kiimalaeinen, Tobias Dittmer

Fachplaner TGA: Klett Ingenieur GmbH, Meißen/Müller & Bleher GmbH & Co. KG
Ingenieurbüro für Elektrotechnik, Berlin
Verfasser: Jens Klett, Andreas Deichsel
Mitarbeit: Rico Heineck, Ingmar Hansch

Sonderfachleute/Berater:
Fassadenplaner: Prof. Michael Lange Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Bauphysik: Bauphysik @ integrierte Planung - Kai Rentrop, Wolfgang Sorge, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht:

Ein skulptural starker Auftritt des neuen Instituts am Landwehrkanal. Die Büroetagen überkragen den mehrgeschossigen studentischen Arbeitsraum: ein spannendes Schaufenster des Instituts.
Überhaupt gelingt dem Entwurf eine typologische Schichtung, die die speziellen Anforderungen sehr präzise abbildet. Gleich einer großen „Wissenshalle“ rahmen über drei Etagen die Seminarräume nach außen gewandt die eingestellten Hörsaalkuben. Eine fließende Landschaft entsteht, die robust und flexibel nutzbar ist.

Zwischen Lehr- und Büroräumen sind der PC-Pool und die Bibliothek eingeschoben mit kurzen Wegen für beide Seiten. Allerdings scheint die Raumhöhe hier nicht optimal zu sein. Richtig strukturiert sind die Büroetagen mit wenigen eingestreuten Seminarräumen, die einzig daran kranken, dass die Flurlängen überzogen sind. Hier müssten mehr Brechungen vorhanden sein, die auch die Höfe mit einbeziehen.

Ein Entwurf, der typologisch sehr konsequent auf die Anforderungen reagiert und dies auch über die Gestaltung der Fassaden nach außen trägt. Hier gilt es kritisch die vollkommene Verglasung der Seminarräume zu hinterfragen. Auch die Tiefe der Auskragung ist konstruktiv problematisch. Dennoch ist es ein Beitrag zu einer lebendigen Hochschullandschaft, wenn beide Institute in ihren Erdgeschossen universitäres Leben nach außen sichtbar werden lassen.

Die Staffelung der Gebäudevolumen bricht die Horizontalität des Nachbargebäudes der VW-Bibliothek auf, dadurch ist der Hochpunkt am Landwehrkanal begründbar und wirkungsvoll. Es bildet sich eine Silhouette des Instituts, die vom IMoS quasi janusköpfig übernommen wird, was dem Ensemble eine Prägnanz verleiht, die es von anderen Gebäuden auf dem Campus unterscheidet. Allerdings kann der Dachgarten vor den Büros über den Seminarräumen nicht überzeugen. Positiv ist, dass durch den Zugang des Mathematikgebäudes auch der Zugang zum IMoS direkt erkennbar und erreichbar ist.
Auch das IMoS-Gebäude folgt dem Prinzip der Schichtung. Schön ist die Organisation der Arbeitsgruppen, wo die Kommunikationsräume attraktiv in den Gebäudeecken liegen.

Wegen der großen unterirdischen Baumasse und der sehr hohen BGF für das Mathematik-Gebäude ist der Baustoffeinsatz sehr groß.
Der Freiraum ist ambitioniert, allerdings wird die teppichartige Gestaltung hinsichtlich der Erweiterbarkeit über den Campus kritisch gesehen.

Gelingt es dem Entwurf, aus den Anforderungen eines Hochhauses noch herauszukommen, bietet er eine interessante typologische Antwort in einer reduziert eleganten Gestalt und den richtigen städtebaulichen Setzungen an.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Außenperspektive
Außenperspektive

Innenperspektive
Innenperspektive

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss 2. OG
Grundriss 2. OG

Ansicht Süd
Ansicht Süd

Längsschnitt
Längsschnitt