Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten/innen als Generalplaner/innen mit Landschaftsarchitekten/innen, Tragwerksplaner/innen und Ingenieure/innen der Technischen Gebäudeausrüstung
"Neubau Mathematik und Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation (IMoS) Technische Universität Berlin, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf"


Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
70.000,- Euro
  Architektur: wulf architekten gmbh, Stuttgart
Verfasser: Prof. Tobias Wulf
Mitarbeit: Gabriel Wulf, Simon Krammer, Dawin Müller, Ioannis Michailidis, Fei Nie, Francesco Giacobbe

Landschaftsarchitektur: Koeber Landschaftsarchitekten, Stuttgart
Verfasser: Jochen Koeber
Mitarbeit: Andreas Schübl

Tragwerksplanung: Mayr I Ludescher, Partner Beratende Ingenieure GbR, Stuttgart

Fachplaner TGA: SchoelzeJaeger GmbH, Stuttgart
Verfasser: Holger Jaeger
Mitarbeit: Hans-Ulrich Jaeger

Sonderfachleute/Berater:
Modellbau: Béla Berec, Architektur-Modellbau-Gestaltung, Esslingen a.N.
Rendering: Raúl Torres Martín, Sevilla


Beurteilung durch das Preisgericht:

Beide Baukörper platzieren sich kompakt als 6- bzw. 5-geschossige Hofgebäude auf dem zukünftigen Campus. Die Mathematik liegt parallel zur Fasanenstraße und bildet dadurch eine spannungsvolle Schrägstellung zum IMoS.

Der Haupteingang liegt schlüssig im nördlichen Bereich an der Fasanenstraße und führt fließend durch das Gebäude zum Campusplatz und zum Eingang IMoS.

Die Arbeit besticht mit einem flexiblen Raumgerüst, das es ermöglicht Nutzungen unterschiedlicher Körnung unterzubringen. Das Tragwerk ist sowohl außen wie auch im Innenraum prägend. Mit einem Raster von 12 m x 12 m spannt es sich konsequent durch das Gebäude, ist sowohl einfach als auch robust und trägt ohne Abfangungen.

Mit seiner werkstatthaften Ausstrahlung wird das Ensemble dem Charakter einer Universität gerecht. Die Differenzierung der Fassade Mathematik und IMoS wird mit einfachen Mitteln erreicht.

Die Nutzungsverteilung der öffentlichen Bereiche in den ersten drei Geschossen entwickelt sich folgerichtig von den publikumsintensiven Zonen zu den ruhigen Bürozonen, die sich ab dem 3.OG um vier Innenhöfe gruppieren. Die Anordnung der Büros um ausreichend und gleich große Innenhöfe, bietet eine flexible Zuordnung, die Servicebereiche sind funktional gut an der zentralen vertikalen Erschließung angeordnet.

Kontrovers diskutiert werden die zentralen „Tunneltreppen“, die als Raumskulptur durch das 3-geschossige Foyer Mathematik führen. Das Verspringen der Treppenhäuser zwischen 2. und 3. OG zur Freistellung der Innenhöfe wird kritisch gesehen.

Die Kommunikationsstruktur des IMoS erscheint den Nutzern nicht zufriedenstellend.

Die Fassade mit der thermischen Hülle innenseitig des Fassadenrahmentragwerks wird bauphysikalisch als kritisch gesehen. Das A/V Verhältnis von IMoS führt zu einem erhöhten Energiebedarf, die thermische Qualität der Fassade ist nicht optimal.
Die lineare Freiraumgestaltung ist schemenhaft dargestellt und wenig aussagekräftig.

Insgesamt stellt der Entwurf eine interessante konzeptionelle Lösung für den Typus Universitätsgebäude dar und verspricht mit seiner regalhaften Struktur eine hohe Flexibilität und damit eine zeitlose Nutzung.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Außenperspektive
Außenperspektive

Innenperspektive
Innenperspektive

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss 2. OG
Grundriss 2. OG

Ansicht Süd
Ansicht Süd

Längsschnitt
Längsschnitt