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Metropolis

Aktuelles 2016


Weltsiedlungsgipfel HABITAT III beginnt in Quito


Staatssekretär Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup ist Teil der deutschen Delegation und begleitet den Regierenden Bürgermeister und Co-Präsidenten des Metropolis Netzwerks Michael Müller zum Weltsiedlungsgipfel HABITAT III in Quito.

Vom 17. bis 22. Oktober 2016 findet in Quito, Ecuador, der dritte Weltsiedlungsgipfel HABITAT III statt. Verhandelt wird die Neue Urbane Agenda der Vereinten Nationen, die die Stadtentwicklungspolitik der nächsten zwanzig Jahre prägen wird. Um den Städten im Verhandlungsprozess um die Agenda eine Stimme zu geben, hat die Berliner Metropolis Initiative 2014 den Vorbereitungsprozess PrepCity gestartet und mit weltweiten Städtevertretern Empfehlungen formuliert, die in den Verhandlungsprozess eingebracht wurden.

In Quito werden im Hauptplenum sowie in zahlreichen weiteren Veranstaltungen die Herausforderungen urbaner Entwicklungen diskutiert und Lösungsansätze nationaler und kommunaler Stadtentwicklungspolitik verhandelt.

Als Teil der deutschen Delegation wird Staatssekretär Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup nach Quito reisen und gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Berlin vertreten.

Die Kernanliegen der deutschen und Berliner Position auf dem Weltsiedlungsgipfel sind:
  • Städte als eigenständige Entwicklungsakteure anerkennen und die Selbstverwaltung personell und finanziell stärken
  • Lebenswerte und sozialgerechte Städte für die Menschen schaffen
  • Integrierte und nachhaltige Stadtentwicklung verwirklichen

Von zentraler Bedeutung für die europäischen Belange ist die Veranstaltung "Building bridges between the EU and the global urban agenda" organisiert von EUROCITIES am 17. Oktober 2016, bei der Staatssekretär Lütke Daldrup für Berlin sprechen wird. Die Verknüpfung der europäischen und globalen Städteagenden ist Voraussetzung für eine nachhaltige Städtepolitik in Europa und die europäischen Erfahrungen wertvoll für die internationale Gemeinschaft. Staatssekretär Lütke Daldrup sagte im Vorfeld: "Es ist eine große Chance, die Städteagenda der EU und die Neue Urbane Agenda der Vereinten Nationen miteinander zu verbinden. Die EU-Städteagenda fokussiert auf die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit europäischer Städte, die Neue Urbane Agenda auf sozialen Zusammenhalt und Lebensqualität. Beide Aspekte gehören zusammen und befördern einen starken Gemeinschaftssinn. Daher setzt Berlin sich für einen ganzheitlichen Ansatz der Stadtentwicklung ein".

Staatssekretär Lütke Daldrup wird im Deutschen Pavillon außerdem den PrepCity-Prozess Berlins und die Policy Transfer Platform der Berliner Metropolis Initiative vorstellen. Die Plattform vereint gute Planungsbeispiele und Experten der internationalen Stadtentwicklung. Sie ist mit zahlreichen internationalen Städteawards und Netzwerken verknüpft und direktes Kommunikationsinstrument für die Zusammenarbeit und den Austausch von Städten.

"Die Plattform soll auch zur Umsetzung der Neuen Urbanen Agenda genutzt werden. Wir müssen wissen, was die anderen machen und voneinander lernen, wenn wir die Agenda erfolgreich in unseren Städten implementieren wollen", sagte Engelbert Lütke Daldrup.
Weltsiedlungsgipfel HABITAT III; Quelle: © Habitat III
Weltsiedlungsgipfel HABITAT III; Quelle: © Habitat III




Workshop Climate Metropole+ in Liverpool


Climate Metropole+ ist eine Initiative der Metropolregion Barcelonas und dem Metropolis Netzwerk, die sich zusammen mit den Städten Berlin, Lyon und Liverpool, den Fragen der Anpassung an den Klimawandel widmet. Im dritten von vier Workshops in Liverpool wurden vorbildhafte Praxisbeispiele besichtigt und Erfahrungen ausgetauscht. Als Grundlage der Diskussion diente auch diesmal die von Berlin erarbeitete No Regrets Charta.

Zum dritten Workshop der Climate Metropole+ Initiative trafen sich die Vertreter der Mitgliedsstädte am 20. und 21. Juni 2016 in Liverpool, eröffnet wurde durch Malcolm Kennedy, Stadtrat im Liverpool City Council. Er begrüßte die Teilnehmer mit einem kurzen Exkurs zur Geschichte der Stadt und ging auf die aktuellen klimatischen Veränderungen ein. Maßnahmen, die sich daraus ergeben, sollen besonders im Verkehrsbereich initiiert und der Anteil des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen entscheidend erhöht werden. Er wies auf die Komplexität des Themas Klimaanpassung und der damit verbundenen Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels hin und äußerte den Wunsch an Klimaexperten, möglichst einfache und klare Forderungen an die politischen Entscheidungsträger zu formulieren.

Bei den nachfolgenden Präsentationen wurden praktische Projekte vorgestellt, wie das "Climate Local Authority Programme", in dem städtischen Angestellten Informationen und Ratschläge zur Anpassung an den Klimawandel vermittelt werden.

Veranschaulicht wurden die Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Liverpool durch zwei Projekte, die in der anschließenden Exkursion besichtigt wurden.

Eines der größten Kinderkrankenhäuser Europas – "Alder Hey in the Park" – verfolgte bereits bei der Auswahl der Baumaterialien und bei der Planung des Außenbereichs besondere Strategien und innovative Klimaanpassungsmaßnahmen, die sich an Nachhaltigkeitszielen orientierten. Beispielhaft sind hier die weitflächige Anlage des Parks und die Dachbegrünung des Krankenhausgebäudes. Beide ermöglichen die Aufnahme großer Mengen an Regenwasser.

Mit dem "Wirral Waters Merseyside Regeneration Project" wurden die brachliegenden Hafenanlagen der Stadt aufgewertet und das ehemals industriell genutzte Gelände für die Bewohner geöffnet. Durch die Einrichtung von Hotels, Restaurants, Freizeiteinrichtungen, Büros und 15.000 Wohnungen werden bis zu 27.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und positive wirtschaftliche Impulse für die Stadt gesetzt. Die Steigerung des Grünanteils und die Aufwertung der ökologischen Funktion der Freiflächen standen dabei im Mittelpunkt der Umnutzungsmaßnahmen. Diese Umgestaltungen hin zu einer "grünen" Infrastruktur werden durch Maßnahmen des Küstenschutzes der gesamten Dünenküsten Region nördlich von Liverpool flankiert.

Der zweite Tag des Workshops begann mit einer Präsentation von Prof. Paul James (Western Sydney University), in der er die Methode "Circles of Climate" vorstellte. Diese Methode ermöglicht eine systematische Erfassung von Nachhaltigkeits- und Klimakriterien in einer Stadt und zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf politischer, ökonomischer, ökologischer und kultureller Ebene auf. In ähnlicher Weise funktioniert der sog. "Resilienzindex", der im Anschluss von Frau Alison Kugel (ARUP Liverpool) vorgestellt wurde. Die von ARUP als Beratungs- und Planungsunternehmen zusammen mit der Rockefeller Foundation entwickelte Methode wurde erstmalig beispielhaft für Liverpool angewendet. Der Index erfasst mit speziell entwickelten Indikatoren die Widerstandsfähigkeit einer Stadt in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels.

In einer weiteren Präsentation betonte Bruce McCormack, Berater der Stadt Liverpool, wie wichtig es ist, schnell auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren. Er veranschaulichte die Dringlichkeit anhand des starken Bevölkerungswachstums in afrikanischen Städten und dem damit einhergehenden Wachstum der informellen Siedlungen, die durch den Klimawandel besonders bedroht sind. Auch hier gilt es die Prinzipien der No Regrets Charta rasch in die Praxis umzusetzen.

Abschließend stellte Ana Romero, Leiterin der Bereichs Nachhaltigkeit und Umwelt der Metropolregion Barcelona, den Entwurf eines Berichts vor, der die Ergebnisse aller Workshops beinhalten wird und der nach dem Abschlussseminar am 17. und 18. November 2016 in Barcelona veröffentlicht werden wird. Der Abschlussbericht wird auf www.circlesofclimate.org zur Verfügung stehen, der neuen Website der No Regrets Charta.

Die Städtevertreter der AG zeigten an, die Initiative auf europäischer Ebene mit Hilfe einer EU-Förderung, weiterzuführen.

Metropolis Initaitive

Alder Hey Kinderkrankenhaus im Springfield Park; Foto: Meritxell Martell
Alder Hey Kinderkrankenhaus im Springfield Park; Foto: Meritxell Martell

Alder Hey Kinderkrankenhaus im Springfield Park

Aufwertungen der Hafenanlage im 'Wirral Waters Programme'; Foto: Meritxell Martell
Aufwertungen der Hafenanlage im 'Wirral Waters Programme'; Foto: Meritxell Martell


METROPOLIS Workshop
'Städte als Akteure' beim German Habitat Forum


Mit dem Workshop 'Städte als Akteure' hat das METROPOLIS-Netzwerk am 2. Juni 2016 im Rahmen des internationalen German Habitat Forums die Ergebnisse des PrepCity-Prozesses vorgestellt.
Das German Habitat Forum wurde vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Land Berlin gemeinsam ausgerichtet. Über 1000 Teilnehmer aus 74 Ländern waren auf dem Forum vertreten, darunter Experten für Stadtentwicklung, Kommunalvertreter sowie Stakeholder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Der Workshop 'Städte als Akteure' wurde von METROPOLIS in Kooperation mit UCLG, The Global Network of Cities, Regional and Local Governments, organisiert. Beide Netzwerke sind Mitglieder der Global Task Force of Local and Regional Governments und setzen sich im Vorfeld des UN-HABITAT III-Gipfels im Oktober 2016 in Quito dafür ein, dass die zu verabschiedende Neue Urbane Agenda nicht nur für, sondern mit den Städten der Welt erarbeitet wird.

Der METROPOLIS PrepCity-Prozess hat in einem intensiven Austausch von Städten und Metropolen Erwartungen und Empfehlungen urbaner Akteure an eine Neue Urbane Agenda formuliert und auf dem German Habitat Forum in den Dialog mit den Vereinten Nationen eingebracht.

Der Workshop baute auf den vorangegangenen PrepCity-Veranstaltungen in Buenos Aires 2015, Mexiko Stadt 2016 und der dreitägigen PrepCity-Konferenz im Mai 2016 in Berlin auf (siehe vorheriger Artikel auf dieser Seite). Akteure aus Politik, Wissenschaft, Vertreter von NGOs, Journalisten und Bürger aus 16 Metropolen und aller Kontinente haben sich aktiv im Prozess beteiligt und die Frage der Umsetzung und Implementierung in den Mittelpunkt gestellt.
  1. Es wurden Prinzipien für bessere Städte erarbeitet,
  2. die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) mit Hilfe der 'Circles of Sustainability'-Methode verortet und
  3. Empfehlungen an die Neue Urbane Agenda formuliert.
Barbara Berninger, Metropolis Regionalsekretärin Europa, eröffnete das Workshop-Panel. In ihrem Eingangsstatement machte sie deutlich, dass der Entwurf der Neuen Urbanen Agenda von den Teilnehmern des PrepCity-Prozesses begrüßt werde. Einige grundlegende Themen bedürften jedoch noch besonderer Aufmerksamkeit. Denn sonst 'deckt [die Neue Urbane Agenda] in ihren 175 Artikeln fast jedes Thema ab, aber in einer Art, die nicht mit den SDGs verbunden ist und die Städte ohne konkrete Handlungsanweisung, Priorisierung oder Mandate zurücklässt.'

Mit eindrucksvollen Beispielen veranschaulichte Rose Molokoane, Deputy President of Shack/Slumdwellers International (SDI), wie wichtig die Einbindung der Städte, informellen Siedlungen und ihrer Bürger ist, wenn es um die Generierung lokaler Expertise und Kenntnisse des urbanen Umfelds geht. Sie agierten als 'professional non-professionals' und lieferten wichtige Übersetzungsleistungen wenn es um die Umsetzung globaler Entwicklungsziele in die Praxis gehe.

Als weitere Speaker waren Josep Roig (Generalsekretär UCLG), Rahmatouca Sow (Metropolis Regionalsekretärin Afrika) und Flora Mokgohloa (Advisor City Sustainability, City of Johannesburg) vertreten. Staatssekretärin Hella Dunger-Löper, Europabeauftragte des Landes Berlin, und Dagmar Keim, Beraterin der Stadt Amsterdam für nachhaltige Stadtentwicklung, betonten in ihren Diskussionsbeiträgen die aktive Rolle der Städte bei der Erarbeitung der neuen städtischen Agenda. Paul James, Professor an der Western Sydney University, moderierte die Veranstaltung.

Die Ergebnisse des PrepCity-Prozesses wurden für die Teilnehmer des Workshops auch anhand der in der PrepCity-Konferenz in Berlin im Mai 2016 erarbeiteten Ausstellung sichtbar, die im Rahmen des Workshops nochmals gezeigt wurde. Die Stadtmodelle und Ausstellungswände zeichnen den Diskussionsprozess nach und zeigen die vielfältigen Ausgangslagen und dennoch gemeinsamen Herausforderungen der Städte und Metropolen.

Die erarbeiteten Empfehlungen des PrepCity-Prozesses haben in die Berlin Empfehlungen des German Habitat Forums Aufnahme gefunden. Diese wurden Joan Clos, Exekutivdirektor UN-HABITAT III, zum Abschluss der Konferenz übergeben.

Das METROPOLIS-Netzwerk wird die Ergebnisse des Prozesses in die Verhandlungen vor und nach dem Weltsiedlungsgipfel einbringen und sich für die Position der Städte stark machen. Ein ausführlicher Bericht zum Workshop folgt in Kürze.

Der Workshop 'Städte als Akteure' wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

Metropolis Initaitive

v. links nach rechts: Rahmatouca Sow, Barbara Berninger, Josep Roig, Flora Mokgohloa und Rose Molokoane
v. links nach rechts: Rahmatouca Sow, Barbara Berninger, Josep Roig, Flora Mokgohloa und Rose Molokoane

Metropolis Workshop im Mai 2016
Metropolis Workshop im Mai 2016


Mehr als 70 Interessierte nahmen an "Städte als Akteure" teil


"Give local governments a seat at the global table" war die Kernaussage von Josep Roig

Staatssekretärin Hella Dunger-Löper, Europabeauftragte des Landes Berlin
Staatssekretärin Hella Dunger-Löper,
Europabeauftragte des Landes Berlin



Cities as Actors – Städte als Akteure
Der nächste Schritt auf dem Weg nach Quito


Metropolis PrepCity-Konferenz vom 2. bis 4. Mai 2016 in Berlin

Ein dreitägiges Forum, organisiert von METROPOLIS, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Technischen Universität Berlin

Das 1985 gegründete weltumspannende Netzwerk Metropolis bietet 141 Haupt- und Millionenstädten und großstädtischen Regionen ein internationales Austausch- und Kooperationsforum. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, vertritt das globale Netzwerk als Co-Präsident auf internationaler Ebene, u.a. bei der Vorbereitung des UN-HABITAT III-Gipfels in Quito im Oktober 2016. Eines der wichtigsten, erwarteten Ergebnisse von HABITAT III ist die New Urban Agenda (NUA). Die Agenda soll städtische Akteure bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

Mit der von Berlin initiierten PrepCity TaskForce werden Städte des Metropolis Netzwerkes angeregt, sich auszutauschen und ihre Interessen als "nicht staatliche Akteure" kommunaler Selbstverwaltungen in die geplante New Urban Agenda einzubringen. Die nun bevorstehende Konferenz in Berlin ist das dritte Treffen der PrepCity TaskForce. Anlass ist die bevorstehende Veröffentlichung des "Zero Draft" (Entwurf) der New Urban Agenda im Mai 2016.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die TU Berlin diskutieren mit Stadtvertretern und Experten aus Berlin und zwölf globalen Metropolen: Brüssel (Belgien), Buenos Aires (Argentinien), Guangzhou (China), Hyderabad (Indien), Johannesburg (Südafrika), Mexico-City, Montréal (Canada), Nairobi (Kenia), New York (USA), Quito (Ecuador), Rosario (Argentinien), Sydney (Australien).

Berlin wird durch Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel repräsentiert. Ziel der Konferenz ist eine kritische Reflexion des bisherigen HABITAT III Prozesses aus städtischer Sicht und die Formulierung von konkreten Forderungen und Erwartungen an die New Urban Agenda. Diese schließen Handlungsmandate für Städte, Ressourcen, Kapazitäten und konkrete Politikansätze ein. Fokus der Konferenz ist die Fragestellung, wie die globale Stadtentwicklungsagenda lokalen Kommunen helfen kann, ihre Städte inklusiver zu gestalten, soziale Gerechtigkeit in den Städten umzusetzen und das Gemeinwohl auf kommunaler und regionaler Ebene zu fördern.

Die Ausgangsbedingungen und Erfahrungen der an der Konferenz beteiligten Städte sind sehr unterschiedlich. Dennoch haben die bisherigen PrepCity Konferenzen gezeigt, wie wichtig der globale Austausch über Herausforderungen und innovative Lösungsansätze auch für Berlin sein kann. Nur durch gemeinsames Handeln kann die Stimme der städtischen Akteure im HABITAT III Prozess gestärkt werden und eine New Urban Agenda entstehen, die lokale Akteure befähigt, die globalen Nachhaltigkeitsziele effektiv umzusetzen. Die Ergebnisse der Konferenz werden auf dem German Habitat Forum (1. bis 2. Juni 2016) in Berlin einem internationalen Kreis von Politikern und Experten vorgestellt und diskutiert.

Die Konferenz wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

Metropolis PrepCity-Konferenz in Berlin; Foto: Urban Catalyst Studio – Mathias Burke, Eleonore Harmel, Leon Jank
Metropolis PrepCity-Konferenz in Berlin;
Foto: Urban Catalyst Studio – Mathias Burke, Eleonore Harmel, Leon Jank

Aktuell


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Neuer Metropolis Präsident unterstreicht Bedeutung von PrepCity für die Vorbereitung des UN-Habitat III-Gipfel


Anläßlich des 'Habitat III Thematic Meeting: Financing Urban Development”, das in Mexico City vom 9.-11. März stattfand, hat Metropolis eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats durchgeführt, um die Ernennung des Interimspräsidenten Denis Coderre, Bürgermeister von Montreal, durch den ehemaligen Präsidenten Jean-Paul Huchon im Dezember 2015 bestätigen zu lassen. Frau Berninger, Metropolis Regionalsekretärin Europa, vertrat in der Aufsichtsratssitzung sowie in den Treffen der Metropolis Regionalsekretäre und in der Sitzung des Finanzausschusses die Interessen Europas und Berlins und nahm an weiteren Diskussionen teil.
Außerdem stellte Sie auf Bitten des Präsidenten den Vorstandsmitgliedern die Policy Transfer Platform vor, auf der mehr als 110 Experten aktiv sind und mehr als 150 Projekte innovativer Stadtentwicklungsprojekte beispielhaft zur Nachahmung anregen.

Während des Vorstandstreffens wurde ein weiteres Treffen in Bogota, 12.-15. Oktober 2016, vereinbart, um letzte Abstimmungen für den vom 17.-20. Oktober 2016 stattfindenden Weltsiedlungsgipfel durchzuführen und die Interessen von 137 Städten und Metropolregionen mit mehr als 800 Millionen Menschen zu vertreten.

Die Berliner Metropolis Initiative nahm das Vorstandstreffen auch zum Anlass, die PrepCity Workshop-Reihe fortzusetzen, die im Mai 2015 in Buenos Aires vom Regierenden Bürgermeister Berlins, Michael Müller, initiiert wurde. Die zweite Veranstaltung verfolgte das Ziel, Städte anzuregen, sich zur Überarbeitung der Stadtentwicklungsagenda des dritten Weltsiedlungsgipfels und den Nachhaltigkeitszielen auszutauschen und Themen, die in den UN-Habitat III-Vorbereitungsprozess eingebracht werden sollen, zu identifizieren und zu priorisieren.
Als Diskussionsteilnehmer beteiligten sich Denis Coderre, Bürgermeister von Montreal und Metropolis Präsident, Parks Tau, Bürgermeister von Johannesburg und Co-Präsident des Netzwerks, Felipe de Jesus Gutierrez, Staatssekretär für Stadtentwicklung und Wohnen aus Mexiko Stadt, Diao Ailin, Stellvertretender Generalsekretär der Stadt Guangzhou, Rahmatouca Sow Dieye, Stellvertreterin des Kabinetts der Stadt Dakar und Sebastián Ordóñez Holguín, Chefberater des Bürgermeisters von Quito. Die Diskussion wurde von Prof. Paul James, University of Western Sydney, moderiert.

Dieser Workshop diente der Unterstützung der Städte bei der Reflexion der Nachhaltigkeitsziele und der Entwicklung der neuen urbanen Agenda. Die vielfältigen Themen werden beim Vorbereitungsworkshop in Berlin, 2. – 4. Mai 2016, vertieft und für eine Präsentation während des Deutschen Habitat Forums unter dem Titel "Cities as Actors' am 2. Juni 2016 aufbereitet, die Teil der "Berlin Recommendation' an UN-Habitat sein wird.

In Mexico City fanden weitere bilaterale Treffen zwischen der Regionalsekretärin Europas, Vertretern des Netzwerks und der Gastgeberstadt statt. Hervorzuheben sind die Treffen mit Mr. Cuauhtémoc Cárdenas, dem Koordinator internationaler Beziehungen und ehemaligen Staatspräsidenten Mexikos, mit dem weitere Kooperationen im Bereich der Stadtentwicklung (Luftverschmutzung/Messungen) und der Kultur besprochen wurden, oder mit Neal Peirce dem Geschäftsführer von CITISCOPE, einem international renommierten Online-Journal zu Themen der Stadtentwicklung. Er äußerte u.a. seine positive Einschätzung der im Rahmen der Mitgliedschaft in Metropolis von Berlin entwickelten Internetplattform Policy Transfer Platform, deren weitere Verbreitung er gern unterstützen will.

Einen Höhepunkt bildete die Teilnahme der Metropolis Regionalsekretärin Europas an der Podiumsdiskussion des "Dialogue Latin America-European Union – Challenges and opportunities for local cooperation'. Mit hochrangigen Vertretern von Städten und Institutionen in Europa und Lateinamerika wurden Erfahrungen zu den internationalen Beziehungen zwischen den Städten in beiden Regionen ausgetauscht, die EU-Lateinamerika-Beziehungen diskutiert und gemeinsame Interessen und Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet.


Mitglieder des Metropolis Vorstandes
Mitglieder des Metropolis Vorstandes

Rege Diskussionen bei der zweiten PrepCity Veranstaltung im Anschluss der Vorstandssitzung
Rege Diskussionen bei der zweiten PrepCity Veranstaltung im Anschluss der Vorstandssitzung

Podiumsdiskussion des Dialogue Latin America-European Union – Challenges and opportunities for local cooperation
Podiumsdiskussion des "Dialogue Latin America-European Union – Challenges and opportunities for local cooperation

Teilnehmer v. rechts nach links:
  • Barbara Berninger, Metropolis Regionalsekretärin Europa, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
  • Jaime Salinas, President of the International Affairs Committee, Metropolitan Council of Lima, Peru
  • Moderator Dr. Rafael Velázquez, President of the Mexican Association of International Studies, AMEI
  • Felip Roca, METROPOLIS Generalsekretär
  • Monica Sanchez Torres, Director of International Relations and Twining Cities, Guadalajara City Council
  • Gabrielle Guimarães, Head of Planning and Multilateral Cooperation, Rio de Janeiro City Council

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Workshop Climate Metropole+ in Lyon – Zwischen Starkregen und Hitzeinseleffekt


Climate Metropole+ ist eine Initiative der Metropolregion Barcelonas, die sich in Kooperation mit Berlin, Lyon und Liverpool den Fragen der Anpassung an den Klimawandel stellt und die auf der von Berlin erarbeiteten No Regrets Charta basiert. Ziel ist es, Erfahrungen bei Vor-Ort-Besuchen in den beteiligten Städten auszutauschen und von den Erkenntnissen zu lernen.

Für den zweiten Workshop trafen sich erneut Klimaexperten aus vier Städten am 8. und 9. Februar 2016 in Lyon. Am ersten Tag stellten lokale Akteure den Klima-, Energie- und Anpassungsplan an den Klimawandel und die Baum Charta Lyons vor. In der nachfolgenden Exkursion wurden durchgeführte Anpassungsprojekten in der Stadt besichtigt. Beispielsweise wurden in der Garibaldi Straße Straßenland und Parkplätze zu Fahrradwegen, Grünflächen und einer Busspur umgestaltet. Ehemals unterirdische Fahrwege werden nun als Regenwasserspeicher verwendet, auch um damit die neuinstallierten Grünflächen zu bewässern.

In der neuen Parkanlage Kaplan konnten Konstruktionen begutachtet werden, die die Wassermengen von Starkregenfällen zurückhalten und zur Versickerung beitragen. Die Stadtverwaltung hat diese ehemalige Brachfläche auch mit dem Ziel in eine Parkanlage umgewandelt, die Wassermengen einem Becken zuzuführen. Der Park wird sehr gerne von der lokalen Bevölkerung genutzt und das Wasserbecken musste sogar mit Chlor behandelt werden, da Kinder es zum Baden benutzten. Der Besuch des Parks wurde von Mitarbeitern der Verwaltung (Bereich Wasser) begleitet, die die direkt neben dem Park befindlichen Reste eines Anpassungsprojektes erläuterten. Hier wurden Messungen vorgenommen, um die Auswirkungen auf die Temperatur künstlicher Straßenbefeuchtung zu testen. Weitere Informationen zur Wasserproblematik in Lyon wurden über permeable Straßenbelege und die Herausforderung der dadurch bedingten Bodenverschmutzung durch den Straßenverkehr vermittelt.

Wie ein in der Vergangenheit als Industriefläche genutztes Gelände an der Spitze der Landzunge zwischen den Flüssen Rhône und Saône zu einem Wohngebiet umgestaltet wird, konnte bei einem weiteren Anpassungsbeispiel begutachtet werden. Die über einen Quadratkilometer große Fläche wird unter nachhaltigen und sozialen Maßstäben mit Bürgerbeteiligung gestaltet. Regenerative Energien, öffentlicher Personennahverkehr statt PKW-Individualverkehr, Grünflächen und hitzeangepasstes Wohnen statt Klimaanlagen und zunehmende Hitzeinseleffekte sind Themen, die bei der neuen Nutzung beachtet werden. Zur Gesamtanlage und den geplanten oder bereits durchgeführten Umbauprozessen wurde ein Informationsfilm "House of confluence" erstellt.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der No Regret Charta und den bisherigen Anpassungsmaßnahmen der beteiligten Städte. Diskussionen über anpassende und abschwächende Reaktionen auf den Klimawandel standen im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Charta. Alles in allem fasst die Charta Forderungen zusammen, wie eine Gesellschaft sich ändern muss – Adaptation hier im Sinne von Änderung begriffen und weniger auf Klimaanpassung bezogen –, um sich zu einer nachhaltigen und sozial gerechten Gesellschaft zu entwickeln. Abschließend wurden die bereits in den Städten durchgeführten bzw. existierenden Regelungen zu den einzelnen Punkten der Charta besprochen und einige laufende Initiativen auf globaler und EU-Ebene (z.B. Integrated Covenant of Mayors for Climate and Energy) erörtert.

Der dritte Workshop wird die Inhalte der Diskussion am 20. und 21. Juni 2016 in Liverpool aufgreifen, bevor Mitte Oktober der abschließende Workshop in Barcelona die gesammelten Erkenntnisse in einem Bericht zusammenfasst, der in die beteiligten Stadtverwaltungen und das Metropolis Netzwerk einfließen wird.

Weitere, englischsprachige Informationen stehen hier zur Verfügung:
Climate Metropole +
Darstellung der Straßenbefeuchtung; Foto: Carsten Walther/PIK
Darstellung der Straßenbefeuchtung

Umgestaltete Garibaldi Straße; Foto: Carsten Walther/PIK
Umgestaltete Garibaldi Straße

Park Kaplan - Steinwände zur Rückhaltung und Versickerung von Starkregen; Foto: Carsten Walther/PIK
Park Kaplan - Steinwände zur Rückhaltung und Versickerung von Starkregen

Neuer Stadtteil zwischen Rhône und Saône; Foto: Carsten Walther/PIK
Neuer Stadtteil zwischen Rhône und Saône
Fotos: Carsten Walther/PIK

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Climate Metropole+: Workshop in Lyon