Städtebau  

 

Staatsoper Unter den Linden - Information zur Generalsanierung

Geschichte


Front der Staatoper; Foto: Max Lautenschläger
Front der Staatoper; Foto: Max Lautenschläger

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff

Unmittelbar nach seiner Regierungsübernahme im Jahr 1740 beauftragte Friedrich II. seinen langjährigen Weggefährten und späteren ranghöchsten Baubeamten Preußens, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, mit der Errichtung der königlichen Hofoper in Berlin.

"Sorgen Sie, daß mir der dicke Knobelsdorff melde, wie es mit meinem Opernhaus […] steht. Ich bin ein Kind in diesen Dingen, und es sind dies meine Puppen, an denen ich Freude habe."
Friedrich II. (1742)

Mit der Errichtung des Opernhauses im Zentrum des Forum Fridericianum setzte Friedrich II. die städtebaulichen Pläne seines Großvaters Friedrichs I. fort, die Magistrale der Preußischen Residenz zu vervollständigen. Mit einem Bauwerk für die Musen kehrte er sich von der Sparpolitik seines Vaters ab. Bereits 1742 fand die erste Premiere im noch unfertigen Opernhaus statt. Damit begann die über 250-jährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Berliner Staatsoper und der heutigen Berliner Staatskapelle.
Als weltweit erster freistehender Theaterbau verkörperte das Opernhaus den modernen Theatertypus seiner Zeit und löste das schlossgebundene Residenztheater ab. Im Original erhalten ist neben den Fundamenten nur der Portikus.

Kriegsschäden und Wiederaufbau

Nachdem die Staatsoper bereits 1942 beschädigt und umgehend renoviert worden war, führten schließlich die massiven Zerstörungen im letzten Kriegsjahr zum Wiederaufbau des Zuschauerhauses in den Jahren 1952 - 55.

"Ich beabsichtige, das herrliche Bauwerk Knobelsdorffs in seiner unverfälschten Gestalt zu neuem Leben zu erwecken."
Richard Paulick (1951)

Nach der Staatsgründung der DDR im Oktober 1949 und dem Abriss des Berliner Schlosses entstanden konkrete Pläne zum Wiederaufbau der "großen Staatsoper". Beauftragt wurde der ehemalige Poelzig-Schüler und Gropius-Assistent Richard Paulick (1903-1979), um die Staatsoper Unter den Linden von allen "stilwidrigen sogenannten Verbesserungen, die im Laufe der Zeit das Haus verunstaltet haben" zu befreien und im Geist des vorwärtsstrebenden Gesamtwerks Knobelsdorffs neu zu errichten. Richard Paulick und seinem "Entwurfskollektiv" gelang es, innerhalb von drei Jahren den wichtigsten Beitrag zum kulturellen Wiederaufbau der Deutschen Demokratischen Republik zu leisten. Am 4. Oktober 1955 eröffnete die Deutsche Staatsoper mit Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg".