Wohnen  
 

Blankenburger Süden

Geschichte


Der Standort Blankenburger Süden liegt im Berliner Barnim. Durch die letzte Eiszeit entstand hier eine leicht wellige Landschaft, die auch die Strukturen der Siedlungen beeinflusste, welche um das Jahr 1300 entstanden. Die Böden am Standort Blankenburger Süden sind eiszeitbedingt sandig-lehmig und relativ ertragreich.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg engagierte sich der große Kurfürst Friedrich Wilhelm im Gebiet, indem er mehrere Gutswirtschaften erwarb. Es entstanden zudem mehrere kleine "Lustschlösser" und anspruchsvolle Gartenanlagen, etwa in Blankenburg und Malchow. Mit der Wende zum 19. Jahrhundert und dem Wachstum Berlins rückte das Gebiet näher an den Stadtrand. Mit der Nachfrage nach Agrarprodukten wuchs ein bescheidener Wohlstand des Gebiets, Gutshöfe wurden erneuert, Chausseen und "Bauernvillen" entstanden und Französisch Buchholz entwickelte sich zum Ausflugsziel.

Seit etwa 1850 verstärkte sich der Einfluss der Stadt Berlin noch. Einerseits, indem aus Sommerhäusern feste Wohnsitze wurden und vor allem entlang der Chausseen Siedlungsbänder entstanden. Andererseits dadurch, dass Berlin Flächen erwarb, unter anderem die Güter Blankenburg und Malchow, auf denen ausgedehnte Rieselfelder angelegt wurden, um Abwässer zu reinigen. Es wurden Dämme und Gräben angelegt, um Rieseltafeln zu unterteilen und zur Erschließung wurde ein Wegenetz angelegt. Auf den Rieselfeldern wurde weiterhin Gemüse, Getreide und Obst angebaut, um den Berliner Markt zu versorgen.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen Teile der Besiedlung des Barnims städtischen Charakter an. In Buch im Norden des Gebiets entstanden die Heilanstalten, auf deren Gelände heute das Helios Klinikum ist. In Heinersdorf wurde die Anlage einer modernen Wasserversorgung begonnen und um 1911 der markante Wasserturm gebaut. Die beabsichtigte weitere Entwicklung wurde jedoch durch den ersten Weltkrieg abgebrochen. Um die Rieselfelder herum blieb es eher ländlich. Unsystematisch wuchsen Kleingartenkolonien, die dabei halfen, mit den Kriegen verbundene Nahrungsprobleme zu lindern. Als sich in den Kriegs- und Nachkriegsjahren durch den Zustrom von Ausgebombten, Rückgekehrten und Geflüchteten die Wohnungsknappheit verschärfte, vermehrte sich auch die dauerhafte Bewohnung der Kleingartenkolonien. Dies intensivierte sich noch begünstigt durch die S-Bahn- und Bus-Anbindung. Die Rieselfelder wurden ab den 1960er Jahren aufgegeben und zu Ackerfläche umgewidmet. Eine auf zunehmende Pendlerströme und Bautätigkeiten reagierende Planung und Ausrichtung der Infrastruktur blieb aus, ebenso wie eine übergreifende Lenkung der Bautätigkeit.

Offiziell ein Teil Berlins ist das Gebiet des Blankenburger Südens seit dem Groß-Berlin-Gesetz 1920.
Feldweg
Allee im Gebiet Blankenburger Süden


Siedlungsentwicklung um den Blankenburger Süden, 1871

Planwerk Nordost - Karte von 1871 © Landesarchiv Berlin / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen